
Der Test fand nicht unter „wissenschaftlichen“ Bedingungen, sondern aus Sicht eines Bastlers statt. So wurden keine Inhaltsstoffe analysiert und es gibt auch keine Testergebnisse über Gesundheitschädlichkeit oder Umweltfreundlichkeit der Kleber. Die ursprünglich geplanten Langzeittests fielen aus. Der Grund dafür ist, dass ich nicht überprüfen möchte oder kann, ob die Angaben der Hersteller tatsächlich der Wahrheit entsprechen oder nicht. Ich habe in dieser Hinsicht vorausgesetzt, dass die einzelnen Firmen wissen was sie tun.
Für die Tests wurden für alle Kleber jeweils die gleiche Serviette und der gleiche Pinsel benutzt. Die Pinsel wurden jedes Mal in frischem Wasser ausgewaschen und anschließend abgetrocknet, so dass es keine Vermischungen der Kleber gab.
Zuerst habe ich die Kleber entsprechend der Anleitung auf der Flasche verarbeitet, anschließend alle Kleber noch einmal in der zweiten Technik. Hierbei entfiel die Bügeltechnik komplett, da sie auf keiner der Flaschen als Verarbeitungshinweis angegeben wurde.
Die „normalen“ Kleber, d.h. alle Kleber, die nicht speziell für Stoff oder Glas und Porzellan empfohlen wurden, wurden auf Pappe, Terracotta, Windradfolie, Metall, Holz, Styropor und Kerzen aufgetragen.
Die Testergebnisse auf Kerzen sind nicht vermerkt. Da ALLE so bearbeiteten Servietten früher oder später in Flammen aufgingen, hätte nur das Aussehen bewertet werden können. Grund dafür muss nicht unbedingt der Kleber sein – ein flammhemmender Kleber müsste eine Serviette eigentlich vorm Verbrennen schützen, wenn er sie komplett durchdringt. Bei sämtlichen Tests hast sich aber gezeigt, dass dies meist nicht der Fall ist. Auch dürfte das Risiko von „Anwendungsfehlern“ sehr hoch sein, da nicht garantiert werden kann, dass jeder den Kleber sorgfältig genug in die Serviette einarbeitet wird oder werden kann. Meine Einstellung hierzu ist daher: Wenn ihr euer Haus abfackeln wollt, dann müsst ihr selbst herausfinden, wie ihr das am „schönsten“ macht! Hilfestellung von mir bekommt ihr dafür nicht!
Soweit es vom Hersteller nicht anders angegeben war, wurden die Kleber nicht auf Stoff und Glas oder Porzellan getestet. Für diese Trägermaterialien gibt es jeweils eine gesonderte Testreihe.
Weiterhin wurde die Geruchsentwicklung beurteilt, die allerdings von Nase zu Nase unterschiedlich ausfallen kann. Aus diesem Grunde bekamen nur die Kleber ein „-„, bei denen die Geruchsentwicklung extrem war, die Kleber, die fast nicht zu riechen waren, bekamen ein „+“, alle anderen ein „0“ (s. auch Bewertung).
Die Streichfähigkeit und Handhabung der Kleber wurde aus „Anfängersicht“ beurteilt.
Bewertet wurde ausserdem, ob die Etiketten eine Anleitung für Serviettentechnik und/oder Decoupage enthalten und ob diese verständlich und auf das Produkt abgestimmt sind.
Jede der Flaschen fiel einmal vom Tisch. Auf die Wiederverschließbarkeit (und der anschließenden Wiederöffbarkeit) der Flaschen wurde geachtet, ebenso darauf, ob die Flaschen einigermaßen kippsicher sind.
Punkte gab es auch für die Vielseitigkeit der Kleber. Hier wurde bewertet, ob der Kleber nur für Serviettentechnik geeignet ist oder auch für andere Basteltechniken.
Preise wurden nicht bewertet. Da es hier keine vorgegebenen Preise gibt und jeder Einzelhändler frei in seiner Kalkulation ist, konnte dies beim Testergebnis nicht berücksichtigt werden (siehe aber Spartipps).
Angegeben und bewertet ist ausserdem, ob die Kleber laut Hersteller witterungsbeständig und lichtecht sind. Kleber, die diese Hinweise nicht enthielten, wurden mit einem „-„ bewertet (s. auch Bewertung).
Zu beachten ist auch, dass es auf den Flaschen weder ein Herstellungsdatum noch eine Chargennummer gibt. Es ist also gut möglich, dass ich bei der einen Klebersorte eine ganz frische Flasche erhalten habe, bei der anderen Sorte vielleicht einen Ladenhüter, der schon seit Jahren in der Ecke stand.
Bewertung
Bewertet wurde noch folgendem Schema:
- - = 0 Punkte (schlecht)
- 0 = 1 Punkt (durchschnittlich)
- + = 2 Punkte (gut)
Bei Textilklebern wurde die Waschfestigkeit x 3 gerechnet – beim Waschen in der Waschmaschine.
Mein Rat
Niemand muss seinen Serviettenkleber nun wegwerfen, weil er nicht gut wäre. Trotzdem sollte man beim nächsten Einkauf auch über Alternativen nachdenken und dabei grundsätzlich beachten, dass es sehr viele Kleber gibt, die von den Eigenschaften her sehr ähnlich sind. Bedenken sollte man außerdem, was man mit dem Kleber genau machen möchte und mit welcher Technik man arbeiten möchte.
Für Anfänger sind die Kleber der Gruppe 2 sehr gut geeignet, da sie sehr einfach in der Anwendung sind (Arbeiten nach Technik 2).
Diejenigen, die auch richtige Decoupage ausprobieren möchten oder den Kleber als Papierkleber benutzen möchten, sollten auf die Kleber der Gruppe 1 zurückgreifen.
Für Serviettentechnik auf Tapeten benutzt man am einfachsten ganz normalen Kleister – aber bitte vorher an einer unauffälligen Stelle ausprobieren, da Kleister nicht gleich Kleister ist.
Eindeutiger Spitzenreiter, sowohl von der Verarbeitung als auch von der Vielseitigkeit her, ist der Textil-Podge von Artys. Obwohl er von der Qualität her der „gehobenen Klasse“ angehört, ist er vom Preis her nicht teurer als andere Kleber.
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