Porzellan- und Glasmalerei mit backofenfixierbaren Farben



Wer bei den Stichworten Glas- und Porzellanmalerei nur an verstaubte Manufakturen, edles Geschirr und Brennvorgänge bei Temperaturen von über 800 Grad denkt, verpasst einiges. Mittlerweile gibt es nämlich Farben, die einfach zu handhaben sind und jetzt auch bequem im heimischen Backofen gebrannt werden können - es kann also jeder damit basteln und sein Geschirr verschönern. Aber wie bei den meisten Techniken, kommt es auch hier auf das richtige Material und Werkzeug an.

Benötigtes Material

Pinsel und Schwämme
Ganz wichtig ist es, den richtigen Pinsel zu benutzen. Es sollte sich wirklich um eine gute Qualität handeln - zum Beispiel Pinsel aus Fehhaar. Für den Anfang werden drei Pinsel in den Stärken 1, 4 und 6 benötigt.
Für's Schablonieren verwendet man spezielle Stupfpinsel.
Ersatzweise können auch Schwämmchen eingesetzt werden. Naturschwämmchen nehmen grundsätzlich besser und gleichmäßiger Farbe auf als Synthetikschwämmchen.

 

Porzellanmalfarben gibt es in unterschiedlichen Ausführungen:

Malfarben

Die flüssigen Farben werden in kleinen Töpfchen oder Gläschen angeboten. Die flüssigen Malfarben sind meist haltbarer als die Farben in Stiften. Beim Bemalen von Glas oder Porzellan werden größere Flächen schnell scheckig. Das kann man vermeiden, in dem man einen Stupfpinsel verwendet.

Malstifte:

Pumpstifte mit Porzellanmalfarben
Mit den Stiften lassen sich feine Linien wesentlich einfacher als mit dem Pinsel malen. Auch Kindern und älteren Menschen fällt das Malen mit Stiften meist leichter.
Weitere Vorteile sind: Die Farben laufen nicht so schnell und trocknen sehr schnell.
Nachteile: Die Farbschicht auf dem bemalten Gegenstand ist wesentlich dünner als wenn man mit dem Pinsel malt. Aus diesem Grund sind die mit Stiften bemalten Gegenstände nicht so haltbar wie die, die mit flüssigen Farben bemalt wurden.
Beim Pumpen muss man vorsichtig sein: pumpt man zu stark, läuft die Farbe aus.
Die Stifte trocknen relativ schnell aus.

Reinigungsmittel

Benötigt werden Tücher und Spiritus oder reiner Alkohol (je nach verwendeter Farbe). Mit einem Wattestäbchen können Fehler korrigiert werden. Das Wattestäbchen wird in Spiritus oder Alkohol getaucht, falls die Farbe schon angetrocknet ist.

Porzellan

Je nach verwendeter Farbe muss genau darauf geachtet werden, welches Trägermaterial gewählt wird. Oft neigt man dazu, statt teures Porzellan lieber preisgünstiges Steingut zu kaufen. Viele Porzellanmalfarben halten darauf aber nicht und blättern mit der Zeit (meist sogar ziemlich schnell) ab.
Auf den Farbflaschen befinden sich meist Hinweise, für welche Materialien die Farben außerdem geeignet sind. Am häufigsten werden hier Metall und Glas genannt.

Dieses Kapitel ist besonders wichtig. Denn wird der Untergrund nicht entsprechend vorbereitet, hält die Farbe später nicht.

Reinigung

Bevor der Gegenstand (egal ob Porzellan, Glas oder Metall) bemalt werden kann, muss er gründlich gereinigt werden. (Geschieht dies nicht, haftet die Farbe nicht richtig auf dem Untergrund, d.h. sie löst sich beim Spülen sehr leicht.)
Dafür nimmst du dir einen Lappen oder ein Küchentuch und Glasreiniger und putzt deine Gegenstände damit ab.
Je nach Hersteller der Porzellanmalfarbe, musst du eventuell Alkohol oder Brennspiritus für die Reinigung verwenden. Den Hinweis, welches Reinigungsmittel du nehmen musst, solltest du aber auf der Farbflasche finden.

Die Farben kann man nicht nur vermalen, sondern man kann mit ihnen auch schablonieren, sie tupfen oder stupfen und mehr

Stempeln

Nicht nur Papier, auch Tassen kann man mit Stempeln verzieren. Mit einem Rosenstempel und ein wenig Porzellanmalfarbe war diese Rosentasse schnell hergestellt.

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Schwarze Porzellanmalfarbe mit dem Schwämmchen aufnehmen und auf den Stempel tupfen.
Bild auf die Tasse stempeln.
Dies so oft wiederholen, bis das Muster deinem Geschmack entspricht. Trocknen lassen.
Die einzelnen Blumen mit der roten Farbe ausmalen. Trocknen lassen.

Malen

Porzellanmalerei mit backofenfixierbaren Porzellanmalfarben ist sehr einfach. Ganz besondere Effekte gibt es, wenn Tassen wie diese hier bemalt werden - denn die Maus ist bereits aus Porzellan vorgearbeitet und klettert gerade an der Tasse hoch...

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Die einzelnen Felder mit den Porzellanmalfarben nachmalen. Dabei immer die einzelnen Felder trocknen lassen, bevor ein direkt angrenzendes Farbfeld bemalt wird - die Farben verlaufen sonst.



Da an einer senkrechten Fläche gemalt wird, darf die Farbe nicht zu dick aufgetragen werden, da sie sonst an der Tasse herunterläuft. Hier gilt: Lieber öfter dünn übermalen, als einmal zu dick!
Sollte das Unglück aber doch einmal geschehen sein, tränkst du ein Wattestäbchen mit Reinigungsalkohol und entfernst damit vorsichtig die überschüssige Farbe.

Schablonieren

Schablonieren kann man nicht nur an Wänden, auf Stoff und auf Papier. Dieses Beispiel zeigt, wie es auf Porzellan funktioniert.

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Die Schablonen so auf dem Porzellangegenstand platzieren, wie es dir am besten gefällt.

Mit dem Schablonierpinsel nimmst du etwas Farbe auf und betupfst den Ausschnitt der Schablone. Anschließend entfernst du diese sofort. Wenn du wartest, bist die Farbe trocken ist, löst sie sich eventuell mit samt der Schablone.

Nun solltest du die Schablone reinigen (mit dem selben Mittel, mit dem du auch das Porzellan gereinigt hast) und abtrocknen. Anschließend kannst du sie wieder auf deinem Porzellangegenstand andrücken und das nächste Herzchen malen.

So fährst du fort, bis die Vase oder die Tasse deinen Vorstellungen entspricht.

Für den Rand gibst du etwas von der Farbe auf einen alten Teller und nimmst etwas davon mit dem Schwämmchen auf. Damit kannst du nun den Rand betupfen.

Farben "schichten"

Farbe schichten erfolgt stets mit "Zwischenfixierung", d.h.: Die Motive in einem Maldurchgang aufbringen und nach Antrocknem im Backofen fixieren. Nach dem Erkalten wird der erste Farbauftrag nicht mehr verzogen und die Farben schichten sich übereinander.

Stupfen mit Folien

Um eine Porzellantasse farbig zu gestalten, muss man kein Künstler sein.

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Nach der Reinigung je einen Klecks der Porzellanfarbe auf die Alufolie geben. Die Frischhaltefolie zusammenknüllen und in die Farbe tauchen. Anschließend damit die Tasse betupfen bis alle weißen Stellen bedeckt sind.

Malen mit Konturen

Glas mit Konturenfarbe und Glasmalfarbe bemalt

Für einige Porzellanmalfarben werden auch Konturenpasten angeboten. Durch die Verwendung dieser Pasten entsteht ein Emaille- oder Tiffanylook - je nachdem, welchen Untergrund man bemalt. Guttafläschen, die eigentlich für die Seidenmalerei entwickelt wurden, eignen sich auch hervorragend für Porzellan- und Glasmalerei. Die Farbe in das Fläschchen füllen und eine Metalldüse aufschrauben. Das Fläschchen muss nach jedem Gebrauch gut verschlossen werden, damit die Farbe nicht eintrocknet.

 

Manche Farben müssen fixiert werden, andere nicht...

Fixierung im Backofen

Gibt der Hersteller an, dass die Farben im Backofen zu fixieren sind, müsst ihr Folgendes unbedingt beachten:

Die bemalten Gegenstände gut trocknen lassen (ca. 24-48 Stunden). Dann die Gegenstände in den kalten (!) Backofen stellen und diesen auf die vom Farbenhersteller angegebene Temperatur stellen. Erst wenn die angegebene Temperatur erreicht ist, beginnt die Backzeit, die je nach verwendetem Produkt unterschiedlich lang sein kann.

Ist die Backzeit beendet, den Ofen ausschalten und die Gegenstände im Backofen abkühlen lassen. Nimmt man sie heiß aus dem Ofen, kann es passieren, dass sie durch den Temperaturunterschied springen!



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