Basteltipps - Reliefgießen



Auch beim Reliefgießen handelt es sich eher um eine klassische Basteltechnik als um ein Trendthema. Ich kenne die Technik schon seit meiner Jugend. Damals wurden gegossene Bildchen auf Kunsthandwerkermärkten verkauft - wenn man sie nicht selbst goss und bemalte. Hier die wichtigsten Basteltipps und Infos dazu:

Gießmassen

Manche Hersteller bieten die Gießmassen in Weiß, Terrakotta und Schiefer an.

Will man Gießlinge unterschiedlich einsetzen, sollte man darauf achten, dass man die richtige Gießmasse dafür wählt.
Den verschiedenen Gießmassen werden nämlich Zusätze hinzugefügt, die dafür sorgen, dass sie wetter- und witterungsbeständig sind, dass sie besonders hart werden, die Detailgenauigkeit besonders hoch oder der fertige Gießling sogar bruchfest oder besonders leicht ist.

 

Das Gießen

Das Mischverhältnis Wasser zu Gießpulver ist meist 1:3 (kann aber von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich sein), deshalb achte bitte immer auf die Anleitung auf der Packung.

Die Verarbeitungszeit beträgt ca. 10 Min., die Aushärtezeit beträgt ca. 30-40 Min. Bei großen Formen kann die Härtezeit allerdings etwas länger dauern.

So stellst du den richtigen Zeitpunkt fest - auch ohne Uhr: Beim Aushärten wird die Gießmasse warm. Wenn sie wieder abgekühlt ist, kann sie entformt werden.

Damit beim Gießen keine Bläschen entstehen musst du folgendes beachten:
Das Pulver langsam ins Wasser streuen und umrühren.
Die Form erst mit etwas angerührter Gießmasse mit einem alten Pinsel ausstreichen.
Die Gießmasse kommt zügig in die Form, dann etwas rütteln, damit eventuell vorhandene Bläschen nach oben steigen.

Gipsähnliche Gießmassen kann man vor dem Gießen einfärben. Es gibt sogar spezielle Gießmassenfärber dafür. Du kannst aber auch einfach Farbe in dem Wasser, das du zum Anrühren des Gießpulvers verwenden willst, auflösen. Die Gießmasse wird so allerdings nur pastellig eingefärbt.

Werden zwei unterschiedlich eingefärbte Gießmassen oder eine eingefärbte Masse mit weißer Gießmasse ganz leicht verquirlt, entsteht eine marmorierte Gießmasse, die so weiterverwendet werden kann und eine Marmoroptik beim fertigen Gießling erzeugt.

Aufhänger, Broschen, Adapter usw. können direkt mit eingegossen werden. Dafür darf die Gießmasse nicht mehr ganz flüssig - aber auch noch nicht fest - sein. Dann kommen die Eingieß- und Drahtaufhänger hinein. Achte darauf, dass du sie auch richtig plazierst, damit dein Relief später auch gerade hängt.

Ist die Gießmasse ausgetrocknet, können auch nachträglich noch Aufhänger usw. angebracht werden:
Selbstklebende Bildaufhänger sind zum Befestigen an der ausgehärteten Form gedacht.
Mit Schraubhaken kannst du ein Relief in ein Schlüsselbrett verwandeln - du musst aber die Form leicht anbohren.
Es gibt selbstklebende Broschennadeln, die nur für kleine Objekte gedacht sind. Damit kannst du deine Gießteile als Schmuckbrosche verwenden.
An komplett getrockneten Gießmassen kannst du auch Magnetsticker anbringen. Einfach aufkleben und fertig. Die Pins sind für Magnettafeln oder Kühlschraenke gut geeignet.

Günstig ist es, sich immer eine Form mit kleinen Motiven bereitzulegen. Sie lassen sich prima mit den Resten von Gießmasse ausfüllen. So muss man keine Gießmasse weggießen.

Zerbricht einmal ein Gießling, kann man ihn in der Regel einfach wieder zusammenkleben - sofern man eine qualitativ hochwertige Gießmasse verwendet hat. Es gibt sogar einen Spezialkleber mit dem Namen 3-D-Gipsfigurenkleber dafür. Die Bruchstelle ist hinterher kaum noch sichtbar.

 

Gießlinge weiterbearbeiten

Manchmal hat man kleine Löchlein in den fertigen Gießlingen. Diese kann man leicht ausbessern, indem man etwas Gießbrei anrührt und in das Loch drückt. Mit dem nassen Finger glattstreichen. Trocknen lassen.

Die Kanten kannst du mit einem alten Küchenmesser oder mit Sandpapier versäubern.



 

Gießlinge bemalen

Du kannst viele unterschiedliche Farben dafür verwenden. Allerdings solltest du unbedingt warten, bis der Gießling vollständig ausgehärtet ist. Nur dann läßt sich der Farbauftrag wirklich steuern.

An Farben lassen sich zum Beispiel auch einfache Wasserfarben benutzen. Wenn sie stark verdünnt und fast wässrig sind, kann man mehrmals darüber pinseln.

Wenn dir die Farben zu grell erscheinen, kannst du sie mit brauner oder gelber Farbe abtönen.

Indem du die halbtrockenen Farben mit einem feuchten Lappen abwischst, kannst du sehr schöne Farbnuancen einbringen.

Bei Figuren malst du Augen, Nase und Mund zum Schluss mit einem spitzen Pinsel und deckender Farbe oder mit Filzstift.

Wenn die Gießlinge trocken sind, kannst du sie zum Schutz gegen Wasser und Schmutz mit Klar- oder Mattlack einsprühen.

Terrakotta- oder schieferfarbene Gießmasse muss kaum noch bemalt werden.

Schöne Effekte erreichst du auch mit einem leichten Überzeug von silber, gold, weiß, grünspan oder braun. Die Gold- und Silberpaste wird mit einem Tuch aufgetragen. Dabei wischst du nur leicht über den Gießling.

Holzeffekte erreicht man, indem das fertige Teil zuerst mit Hobbybeize grundiert wird. Dann Konturen- oder Effektcreme auftragen und 5 Minuten einwirken lassen. Anschließend wird mit einer harten Bürste die Holzmaserung gleichmäßig aufgezogen. Dabei wird immer in einer Richtung gearbeitet. Nach 1-2 Stunden ist die Creme fest aufgetrocknet und kann mit einem weichen Tuch oder einer Bürste nachpoliert werden. Anschließend die Oberfläche mit einem farblosen Bastellack schützen.

 

Gießformen

Außer den handelsüblichen Gießformen sind Formen aus Polyethylen, Karton, Blech oder sogar leere Getränketüten (Tetrapack) geeignet.

In der Regel können Gießformen, sofern sie lebensmittel echt sind, auch für das Formen bzw. Gießen von Lebensmittel verwendet werden. Die Hersteller machen dazu normalerweise Angaben auf der Verpackung oder einem Beiblatt. Dort findest du auch Hinweise darauf, wieviel Grad die Formen vertragen, was wichtig ist, wenn du zum Beispiel Schokoladenfiguren gießen möchtest.
Wenn du Plätzchen backen möchtest und einen gut formbaren Teig hast, kannst du diesen einfach in die Gießform drücken. Anschließend den abgeformten Teig aus der Form nehmen, auf das Backblech legen und ab in den Ofen damit.
Für das Gießen von Schokoladenfiguren, wird die Schokolade im Wasserbad geschmolzen und dann in die Form gegossen. Dabei darf die Schokolade nicht heißer als 70 Grad werden. Die Gießform mit der Schokoloage im Kühlschrank auskühlen lassen.

Weiße Gießformen aus Gips sind nicht für das Reliefgießen geeignet. Gipsformen sind nur für das Gießen mit flüssigem Ton, Porzellan usw. gedacht.

 

Figuren gießen

Will man 3D-Figuren gießen, gibt es dafür zwei verschiedene Arten von Formen.

Schlauchformen
Sie sind aus elastischem Material. Die Formen werden in einen Halter gehängt und dann mit der Gießmasse ausgegossen. Nach dem Aushärten wird die Form mit Wasser und etwas Spülmittel eingerieben und dann vom Sockel her abgezogen.
Nach dem Entfernen des Gießlings ist die Form praktisch „auf links“ gezogen. Das heißt, das Innere ist nun außen. Die Form nun mit Wasser ausspülen, umkrempeln und trocknen lassen. Anschließend die Form von innen und außen mit Talkum-Puder einpudern, damit sie nicht zusammenklebt.

3D-Formen
Die beiden Formen werden zuerst mit Gießmasse ausgegossen.
Dabei musst du darauf achten, dass die Rückseiten des Reliefs ganz plan und eben abschließen, damit du sie anschließend sauber verbinden kannst.
Falls du Aufhänger benötigst, mußt du sie gleich beim Gießvorgang einlegen.
Zum Schluss wird die Vorder- und die Rückseite des Motivs bemalt, lackiert und anschließend zusammengeklebt.
Oder
Es wird zuerst nur die Vorderseite gegossen und entformt.
Dann wird die Gießmasse in die Rückseitenform eingefüllt. Nun wartet man, bis die Gießmasse breiig geworden ist und legt dann das Vorderteil darauf. Anschließend den Gießling komplett aushärten lassen.



Kommentare

Gespeichert von PhoeNixe (nicht überprüft) am
Hallo, bezieht sich beim Mischungsverhältnis das Wort "Teile" auf das Volumen oder das Gewicht (oder ist das egal)? Ich habe bisher sowohl die Angabe in Tassen (also ml) als auch in Gramm gefunden. Ist das Volumen gemeint, was nützt mir dann der Materialbedarf in g bei den Gießformen? Wenn ich den Materialbedarf nicht weiß, kann ich Gießformen auslitern und so die ml ermitteln. Nur: Pulver und Wasser separat haben mehr Volumen als die fertige Masse. Aber kaum ein Hersteller gibt Infos, wie man umrechnen kann. Sowohl zu wenig als auch einiges zu viel an angerührtem "Teig" ist nervig. Was tun, um die passende Menge einigermaßen hinzukriegen? Für Tipps und Infos wäre ich wirklich sehr dankbar!

Gespeichert von Bastelfrau am
Hmm... so richtig weiterhelfen kann ich dir leider nicht. Ich habe jetzt meine diversen Tüten mit Gießpulver durchforstet und es geht mir ähnlich wie dir - mal finde ich die Angabe in ml mal in g. Deshalb ist es auch wichtig, sich an die Herstellerangaben zu halten. Andererseits habe ich aber gerade auch die "Teile"-Geschichte gefunden - 1 Teil Wasser auf 3 Teile Gießpulver. Das Bild dazu zeigte ganz eindeutig 1 Teil Wasser auf 2 Teile Gießpulver. Das ist also auch nicht gerade hilfreich. Ich denke, es hilft auch nicht viel, die Hersteller anzuschreiben. Denn da kann ja ebenfalls wieder der eine Gramm und der andere Milliliter meinen. Es bleibt also nur, zu experimentieren. Oder - so mache ich es immer: Ich habe immer ein oder auch zwei Gießformen für Kleinteile. Die Reste der Gießmasse werden einfach dort hinein gegossen. Selbst wenn man die Teile später vielleicht nicht selbst brauchen kann, kann man sie immer noch weiterverschenken - an einen Kindergarten, eine Schule, eine Bastelgruppe, eine Seniorengruppe, oder, oder, oder - da finden sich sicher viele dankbare Abnehmer

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