Genuss

Wer entbehrt, um mitzuteilen, der genießt doppelt

Mäßigkeit des sinnlichen Genusses ist ohne Zweifel eine kräftigere Methode zur Philosophie der Humanität, als tausend gelernte künstliche Abstraktionen.

Die Seltenheit der Vergnügungen gibt der gerinsten Gabe Geschmack; denn der Genuss liegt in dem, was man fühlt.

Jegliche Stunde predigt aufs neue die alte Erfahrung,
daß des Lebens Genuß nicht im Genusse besteht.

Genieße still zufrieden
den sonnig heitern Tag,
Du weißt nicht, ob hienieden
ein gleicher kommen mag.

Die Hoffnung auf Genuß ist fast so süß,
als schon erfüllte Hoffnung.

Ein Augenblick, wo das Herz genießt, wiegt Stunden auf, wo der Körper schwelgt.

Warte nicht mit Essen und Trinken; denn die Welt, die wir verlassen müssen, gleicht einem Festmahle. - Im Grabe gibt es keinen Genuß und der Tod wartet nicht.

Auch der Genuss des Schönsten vermag nicht zu befriedigen, wenn ich ihn allein für mich haben soll.

Damit der Lebensgenuß den Seelenfrieden herbeiführe, muß er von der Vernunft bestimmt und geleitet werden.
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