Kinder

Der Glaube und die Unschuld sind zu finden nur bei den Kleinen.

Ohne Leiden bildet sich kein Charakter, ohne Vergnügen kein Geist.

Stör' nicht den Traum der Kinder,
wenn eine Luft sie herzt;
ihr Weh schmerzt sie nicht minder,
als dich das deine schmerzt.

Sei fröhlich, mein Kind!
Die Jugend verrinnt,
ach, leider nur allzu geschwind.
Die spätere Zeit
hält Kummer bereit
und Segen und Trübsal und Leid.

Spiele, Kind, in der Mutter Schoß!
Auf der heiligen Insel
finde der trübe Gram, findet die Sorge
dich nicht.
Liebend halten die Arme der Mutter
dich über dem Abgrund

Was rührt uns mehr, als die offene Unschuld der Kinder, die für uns ein Spiegel ist? Ein offenes Gesicht und eine freie Stirn, auf der jeder Gedanke sich malt?

O Kindermund, du reiner, sei gegrüßt!
O Lächeln rein, als wie im Paradiese,
das irdisch Mühen wunderbar versüßt!
Noch ist dein Stammeln klares Offenbaren

Ach, was sollt' der Welt noch frommen,
der kein Kinderaug' mehr lacht?
Hinter uns die Wüste, schlimmer
als vor uns des Todes Nacht!

In jedem Kinde liegt eine wunderbare Tiefe.

Süß ist's, den Reiz der Welt zu saugen,
wenn Herz und Sinn in Blüte steh'n,
düch süßer noch, mit deines Kindes Augen
die Welt noch einmal frisch zu seh'n.
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