Selbsterkenntnis

Betrachte dich zu jeder Frist,
sieh, was du warst und was du bist
und was aus dir noch werden soll,
so hüt'st du dich vor Sünden wohl.

Eine tägliche Übersicht des Geleisteten und Erlebten macht erst, daß man seines Tuns gewahr und froh werde; sie führt zur Gewissenhaftigkeit.

Immer strebe zum Ganzen. Und kannst du selber kein Ganzes werden, als dienendes Glied schließ an ein Ganzes dich an.

Vergänglich sind der Erde reichste Gaben,
nur, was wir außer dem Gebiet der Zeit
gewirkt als Geister auf die Geister haben,
das währt und bleibt in alle Ewigkeit.

Gesteh dir's selbst, wenn du gefehlt;
füg nicht, wenn Einsicht kam,
zum falschen Weg, den du gewählt,
auch noch die falsche Scham.

Wie kann man sich selbst erkennen? Durch Betrachten niemals, wohl aber durch Handeln. Versuche deine Pflicht zu tun und du weißt gleich, was an dir ist! Was aber ist deine Pflicht?

Erkenne dich selbst!

Was dein Auge an anderen sah,
wird anderen nicht an dir entgehen,
wir stehen uns selber viel zu nah`,
um unsre Fehler selbst zu sehen.

Wären die Menschen mit ihrem Glück so zufrieden wie mit sich, so wären die meisten glücklich.

Wenn wir täten, was wir sollten,
so tät Gott auch, was wir wollten.