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Windeleinlagen - welcher Stoff ist am besten?

7. November 2018 - 13:02 -- Bastelfrau


Wer auf Einwegwindeln verzichten möchte und lieber Stoffwindeln verwenden möchte, findet dafür diverse Möglichkeiten. Aber egal für welches System man sich entscheidet, ein großer Vorteil ist, wenn man sich die Windeln bzw. Windeleinlagen selbst näht. Ich habe mich in letzter Zeit viel mit Windeleinlagen beschäftigt, die meine Tochter und ich in Teamwork hergestellt haben. Dabei war es schon im Vorfeld eine Wissenschaft für sich, sich für die Stoffe zu entscheiden, die verwendet werden sollen. Hier möchte ich euch einen Überblick darüber geben, aus welchen Stoffen ihr die Windeleinlagen zusammensetzen könnt, um für alle Eventualitäten gerüstet zu sein.

Mein Tochter hat sich für die Verwendung des Foxy Windelsystems entschieden. Bei diesem Windelsystem werden Windeleinlagen benötigt, die man relativ leicht nachnähen kann - wie übrigens auch alle anderen Windeleinlagen. Die Frage ist nur: Aus welchem Stoff? Die Antwort dazu lautet: Es kommt ganz darauf an...

Bevor ich Stoffe gekauft habe, habe ich erst einmal versucht herauszufinden, woraus die käuflichen Windeleinlagen bestehen. Dabei bin ich auf Hanf, Baumwolle, Bambus und Bouretteseide gestoßen. Jeder dieser Grundstoffe hat andere Eigenschaften.

Baumwolle
Baumwolle nimmt schnell viel Feuchtigkeit auf, gibt sie aber eben so schnell wieder ab. Erhältlich ist Baumwolle als Frottee, Fleece, Flanell, Molton und Jersey.

Bambus
Bambusstoffe sind als Bambusviskose erhältlich. Diese Stoffe nehmen mehr Feuchtigkeit auf als Baumwolle und geben sie nicht so schnell ab. Allerdings dauert es länger, bis die Flüssigkeit aufgenommen worden ist.

Hanf
Hanf habe ich bisher nur als Fleece und vor allen Dingen als Mischgewebe (mit Bauwolle) gesehen. Hanf nimmt am meisten Flüssigkeit auf, braucht aber auch am längsten dafür.

Bouretteseide
Die Bourettseide dient nicht dazu, Flüssigkeit aufzunehmen. Sie wird mit in die Windel gelegt, wenn der Babypopo gerötet oder wund ist. Dabei kommt diese Windeleinlage ganz ohne Creme direkt auf die Haut. Der hohen Seidenbastanteil soll lindernd und wundheilend wirken. Die Einlagen müssen alle 3-4 Stunden gewechselt werden. Von den vier vorgestellten Stoffarten ist die Seide die empfindlichste. Sie sollte mit einem Woll- oder Seidenwaschmittel mit der Hand gewaschen werden. Wer die Windeleinlagen selbst nähen möchte, benötigt dafür Bourettejersey.

Die Stoffe sind meist in Form von Fleece, Frottee und Jersey erhältlich. Alle Stoffe, die ich bestellt habe, waren superweich und angenehm. Dabei handelte es sich um Molton aus 100% Baumwolle, Hanf-Fleece (55% Hanf, 45% Bio-Baumwolle), Fleece aus 70% Baumbusviskose und 30 % Baumwolle, Bambusfrottee aus 80% Viskose und 20% Polyester, Mullstoff aus 100% Bambusviskose, Baumwollvelour aus 100% Baumwolle sowie Baumbusviskose (53% Bambus und 47% Baumwolle). Außerdem habe ich Frotteetücher und Frotteewaschlappen aus 100% Baumwolle von Ikea verwendet.

Die einzelnen Windeleinlagen habe ich unterschiedlich zusammengesetzt und jeweils 6-12 von einer Sorte genäht. Zusammensetzungen sind zum Beispiel:

  • 1 Lage Baumwollfrottee
  • 1 Lage Baumbusviskose

oder

  • 1 Lage Molton (100% Baumwolle)
  • 3 Lagen Bambusmull
  • 1 Lage Hanffleece

oder

  • 1 Lage Baumwollfrottee
  • 1 Lage Hanf

Wichtig ist dabei immer die Reihenfolge der einzelnen Stoffe. Oben ist immer die Baumwolle, dann folgt Bambus und zum Schluss der Hanf. Macht man es umgekehrt, so läuft die Flüssigkeit einfach an den Seiten aus, weil sie nicht schnell genug vom Stoff aufgenommen werden kann. Das passiert übrigens auch, wenn man eine Windeleinlage verkehrt herum in das Windelhöschen legt.

Bei Windeleinlagen, die man kaufen kann, habe ich zum Beispiel folgende Zusammensetzungen gefunden:

  • 2 Lagen Mikrofaser
  • 5 Lagen Hanf

oder 

  • 1 Lage Mikrofleece
  • 1 Lage Mikrofaser
  • 2 Lagen Hanf/Baumwollgemisch

Mit den von mir gekauften Stoffen, wären diese Windeleinlagen allerdings zu dick geworden.

Tipps und Tricks

  • Ich habe viele unterschiedliche Windeleinlagen genäht. Mal war die Windeleinlage unten grün und oben weiß und mal umgekehrt. Das lag an den verwendeten Stoffen. Einfacher ist es, wenn man zum Beispiel als Baumwollstoff, der ja immer oben ist, immer Frottee oder immer Molton oder Flanell verwendet. Denn dann weiß man immer, welche Seite nach oben gehört.
  • Die Windeleinlagen müssen bis zu acht mal gewaschen und getrocknet werden, bevor sie ihre volle Saugkraft erreicht haben.
  • Man kann auch Stoffe verwenden, die man schon zu Hause hat. Zum Beispiel kann man alte Baumwollbettwäsche, T-Shirts oder Bettwäsche verwenden. Da sich immer wieder die Frage auftut, welches System umweltfreundlicher ist - Einwegwindeln oder Stoffwindeln -, punkten dann auf jeden Fall die Stoffwindeln bzw. Einlagen, denn so können alte Textilien, die man sonst wegwerfen würde, weiter verwendet werden.
  • Man kann auch mehrere der Einlagen übereinander legen, falls das nötig sein sollte. Da die selbstgenähten Einlagen erstaunlich dünn sind, ist dies ohne weiteres möglich. Eine Alternative wäre also, direkt die Einlagen so zu nähen, dass sie je nach Bedarf "geschichtet" werden können.
  • Statt Molton- und Mullstoffe als Meterware zu kaufen, kann man auch auf Tücher zurückgreifen, wenn es diese gerade preisgünstig gibt. Ich habe zum Beispiel Moltontücher als Sets gekauft, bei denen die Hälfte der Tücher bunt bedruckt war und der Rest weiß. Die bunten dienen meiner Tochter nun als Schutz für die Wickelauflage, die weißen wurden zu Windeleinlagen verarbeitet.
  • Die Stoffe müssen unbedingt vorgewaschen werden, denn sie können um bis zu 20% einlaufen. Da unterschiedliche Stoffe kombiniert werden, ist dies doppelt wichtig, denn sonst kann es passieren, dass eine der Lagen mehr einläuft als die anderen und sich anschließend alles kräuselt und krumpelt.

Bezugsquellen*

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