Kartensprüche von Goethe

Bei einer wahren Harmonie der Gemüter begegnet man einander immer wieder, wenn man noch so weit auseinander zu gehen scheint.

Tages Arbeit, abends Gäste,
Saure Wochen, frohe Feste.

Des Lebens Mühe
lehrt uns allein des Lebens Güter schätzen.

Die Welt ist so leer, wenn man nur Berge, Flüsse und Städte darin denkt, aber hie und da jemanden zu wissen, der mit uns übereinstimmt, mit dem wir auch stillschweigend fortleben, das macht uns dieses Erdenrund erst zu einem bewohnten Garten.

Du Kräftiger, sei nicht so still,
wenn auch sich andre scheuen!
Wer den Teufel erschrecken will,
der muß laut schreien.

Arbeite nur, die Freude kommt von selbst.

Glücklich? - Wer ist denn glücklich?
O, blicke nicht nach dem, was jedem fehlt;
betrachte, was noch jedem bleibt.

Wie fruchtbar ist der kleinste Kreis,
wenn man ihn wohl zu pflegen weiß!

Eine tägliche Übersicht des Geleisteten und Erlebten macht erst, daß man seines Tuns gewahr und froh werde; sie führt zur Gewissenhaftigkeit. Fehler und Irrtümer treten bei solcher täglichen Buchführung von selbst hervor.

Vergänglich sind der Erde reichste Gaben,
nur, was wir außer dem Gebiet der Zeit
gewirkt als Geister auf die Geister haben,
das währt und bleibt in alle Ewigkeit.
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