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Das Johanniskraut

19. März 2009 - 15:04 -- Gast (nicht überprüft)

Dieses wächst unter den Grashalmen am Feldwege und im Graben der Landstraße und ist überhaupt gemein auf trockenen Plätzen, worauf der Name Hypericum anspielt, der soviel bedeutet wie "unter der Heide". Es heißt auch Hartheu und ist wirklich ein "hartes Heu" für die Weidetiere; es würde in größerer Menge das Wiesenheu sehr minderwertig machen.


Die Pflanze wird gegen 1/2 Meter hoch und zieht zur Blütezeit leicht die Blicke auf sich durch ihre goldgelben Blumen, die zahlreich den oberen Stengelteil besetzen. Sie sind ganz anders gebildet wie beim Rainfarn. Es sind einfache Blüten, aus Kelch, Blumenkrone, Staubfäden und Stempeln zusammengesetzt, also keine Köpfchen oder Körbchen.
Die fünf lanzettlichen Kelchblättchen haben schwarze Pünktchen. Die leuchtend goldgelben Blumenblättchen sind fast eiförmig, aber etwas verschoben und am Rande leicht ausgezackt; auch auf ihnen bemerkt man schwarze Tüpfelchen. Staubgefäße sind in großer Menge vorhanden. Weil sie am Grunde in drei Bündel verwachsen sind, gehört das Hartheu nach Linné in die 18. Klasse. Auf dem länglich eiförmigen Fruchtknoten erheben sich drei Stempel, die von einander abstehen. Honig birgt die Blüte nicht; aber der Blütenstaub der vielen Staubgefäße bietet den Insekten manches leckere Krümchen; andere finden zarten Salat in dem Nährgewebe der Blumenblätter. Die in Büscheln zusammenstehenden Staubgefäße dienen den Insekten als Anflugsstelle. Die Frucht ist eine Kapsel, die eine Menge winziger länglicher Samenkörnchen enthält. Bei der Reife springt sie oben auf, indem sich die Spitzen ihrer drei Klappen lösen. Der Wind übernimmt das Ausstreuen der Samen, was ihm um so leichter ist, da die hohen dünnen Stengel seinem Hauche willig nachgeben. Bei Regenwetter schließen sich die schon aufgesprungenen Kapseln wieder, ein großer Vorteil für die Samen; denn die Feuchtigkeit würde sie verderben und keimunfähig machen.
An den Stengeln können wir von Blatt zu Blatt zwei gegenüberliegende dünne Leisten verfolgen, so dass sie etwas einem zweischneidigen Messer ähnlich sind. Etwas ganz Besonderes ist an den ovalen Blättern zu beobachten. Wenn man sie nämlich gegen das Licht hält, so zeigen sie sich durchscheinend punktiert, als ob sie von vielen kleinen Stichen durchbohrt wären, worauf sich die Bezeichnung perforatum = durchstochen bezieht. Diese Punkte sind jedoch besser mit kleinen Ölflecken auf Papier zu vergleichen; denn sie werden wirklich durch feine Öldrüsen hervorgerufen. Die schwarzen Punkte auf der Unterseite der Blätter sowie auf Kelch und Blumenkrone enthalten einen roten Farbstoffe, der beim Zerreiben deutlicher erkennbar wird. Das ist das sogenannte "Johannisblut" der Sage.

Wie diese zu melden weiß, ist das Johanniskraut aus dem Blute des Vorläufers Jesu entstanden; darum wurde auch der Pflanze, besonders aber ihrem roten Safte, ganz außergewöhnliche Heilkräfte zugeschrieben. Der böse Feind konnte der leidenden Menschheit diese kostbare Pflanze nicht gönnen und nahm sich vor, sie zu vernichten. Zornentbrannt durchbohrte er jedes einzelne Blättchen mit vielen Nadelstichen, um das Leben der der Pflanze zu zerstören. Da sie aber ihre Dasein dem Blute des großen Heiligen verdankte, so konnte die Wut des Teufels ihr nichts anhaben, und so blüht sie dann noch jetzt um den Festtag des hl. Johannes überall an sonnigen Halden zum großen Segen der Menschenkinder.
Auch "Herrgottsblut" wird die Pflanze genannt. Eine Legende erzählt: "Als der Heiland am Kreuze hing und sein heiliges Blut aus den Wunden strömte, da stand das Kraut am Fuße des Marterholzes und sah mit bitterm Weh das Leiden seines Herrn und Schöpfers. Und als es selbst von dem kostbaren Herrgottsblute benetzt ward, da öffnete es alle Knospen, um die rosenroten Tropfen aufzufangen; dann aber schloss es sorgfältig die Knospen wieder, um den köstlichen Schatz zu bewahren. Noch heute birgt es dieses Herrgottsblut. Und als der Erlöser die Augen schloss und der Speer seine Seite durchbohrte, da fühlte jedes Blättchen den Schmerz mit, und seit der Stunde sieht man in der grünen Fläche hundertfältig die Spuren vom bittern Lanzstich."
Leider knüpfte sich früher auch viel Aberglaube an das Johanniskraut. Zur Zeit des Hexenwahns braute man einen Trank daraus, der angeblich die Gefolterten der Gewalt des Teufels entzog und sie veranlasste, die Wahrheit zu bekennen.
Wer das Kraut in der Schlacht bei sich trug, war sicher vor den feindlichen Geschossen;
ein Strauß davon an der Zimmerdecke bewahrte das Haus vor jeglichem Unglück. Je länger das in der Stube aufgehängte Kraut seine grüne Farbe behielt, desto größeres Glück bedeutete es; wurde es gar während eines ganzen Jahres nicht fahl, so stand dem Bewohner des Hauses ein außerordentlicher Segen bevor, besonders, wenn man die Pflanze genau nach Vorschrift eingeheimst hatte, d.h. am 24. Juni, Punkt zwölf Uhr mittags, stets geradeaus blickend und ohne ein einziges Wörtlein über die Lippen zu bringen.

"Dem Öle, das in den Ölbläschen enthalten ist, wohnt eine ganz besondere Heilkraft gegen Brandwunden inne. Kurz nach Johanni muss man die Pflanze sammeln. Man füllt mit den abgepflückten Blüten und Knospen eine Flasche, gießt die Hälfte der Falsche voll Speiseöls oder ungeläuterten Rüböls und läßt das Ganze an der Sonne destillieren.  Nach wenigen Tagen schon nimmt das Öl eine prächtig rote Färbung an, und nach wenigen Wochen ist es als Mittel gegen Brandwunden zu benutzen. Man legt einfach eine mit diesem Öl getränkte Kompresse auf die verbrannten Stellen und wird bald die überaus wohltätige Wirkung spüren. Der Schmerz verschwindet in der kürzesten Zeit, namentlich wenn es angeht, dass man die verbrannten Stellen, z. B. die Finger, ganz in das Öl eintaucht. Es entsteht keine Blase und die schwersten Verbrennungen heilen in kurzer Zeit." - Das Naturheilverfahren wendet Johanniskrautblüten im Teeaufguss (30 Gramm auf 1 Liter Wasser) bei Leberleiden an und empfiehlt hierzu namentlich eine Mischung mit Schafgarbentee, und zwar halb und halb. Kneipp ist voll des Lobes über den Johanniskrauttee und sagt: "Eine kleine Beimischung von Aloepulver, das man in der Apotheke haben kann, erhöht die Wirkung, die sich im Urin zeigt, der oft ganze Flocken unreiner Krankheitsstoffe fortschwemmt."

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