Mittel zur Pflege der Haut

2. Februar 2010 - 1:24 -- Gast (nicht überprüft)

Die menschliche Haut besteht aus zwei Schichten, der unteren oder Lederhaut und der oberen, der sog. Oberhaut, welche wiederum aus zwei Schichten besteht, der sog. Schleimschicht und der obersten sog. Hornschicht. Diese Letztere ist einer fortwährenden Neubildung unterworfen und stirbt in ihren obersten Schichtungen stetig ab. Diese abgestorbenen Theilchen werden als kleine Schüppchen abgestossen und bilden z. B. den sog. Schinn der Kopfhaut.

Fast sämmtliche Theile der Haut sind mit ganz feinen Flaumhärchen besetzt und nur an einzelnen Stellen (Kopfhaut, Augenbrauen etc., sowie an den Wangen und auf der Oberlippe des männlichen Geschlechts) treten stärkere und längere Haare hervor.

Die Haut ist an ihrer Oberfläche von feinen Grübchen und Furchen durchzogen, welche ihr, so lange dieselben, wie dies bei den jüngeren Menschen der Fall ist, sehr schwach sind, den eigenthümlichen, sammetartigen Glanz verleihen. Die Haut ist ferner durchsetzt von Poren, welche die Ausdünstung der Feuchtigkeit (Schweiss) vermitteln; ferner von schlauchartigen Zellen, von sog. Talgdrüsen, welche fortwährend geringe Mengen von Fett aussondern und dadurch die Haut geschmeidig und zugleich etwas glänzend erscheinen lassen.

Bei der kaukasischen Rasse ist die Färbung der Haut eine mehr oder minder blässe, vom hellen Chamois (gelblich roth) der Nordländer, bis zum eigenthümlichen Bronceton der Italiener und Spanier. Bei den anderen Völkerrassen ist sie durch dunkle Pigmente mehr oder minder gefärbt bis zu dem fast Schwarz des Afrikaners.

Durch grössere oder geringere Füllung der Gefässe mit Blut entsteht eine ebenfalls grössere oder geringere Röthung der Haut, welche an einzelnen Stellen, z. B. den Wangen, bei den gesunden Menschen eine konstante ist; nur bei krankhaften Zuständen (Blutarmuth oder anderen schweren Krankheiten) verliert sich auch hier das Roth der Gesundheit.

Diese im vorhergehenden beschriebenen normalen Zustände der Haut können, ohne dass ernstere Krankheitserscheinungen des übrigen Körpers vorhanden sind, mancherlei Abweichungen erfahren. Die Färbung der Haut kann durch Pigmente verändert werden, die Absonderung der Schweiss- und Talgdrüsen ist bald eine zu grosse, bald eine zu geringe, so dass eine zu grosse Trockenheit der Haut oder das Gegentheil davon, eine zu grosse Fettigkeit vorhanden ist etc. etc.

Mit der Behandlung dieser Abweichungen von der normalen Beschaffenheit hat sich eine rationelle Kosmetik zu befassen. Vieles lässt sich, bei einer richtigen Auswahl der Mittel erreichen; wenn auch die Grenzen des Erreichbaren, durch die natürlichen Veränderungen der Haut, welche das höhere Alter bedingt, ziemlich eng gezogen sind. In späteren Jahren lässt sich Vieles nicht mehr erhalten, sondern nur verdecken; dann beginnt die Zeit der Verschönerungsmittel, der Schminken, Puder, Haarfärbemittel etc.

Die zur Anwendung kommenden Mittel sind sehr verschiedener Natur, theils sind es wässerige oder spirituöse Lösungen, oder Seifen, Fette (Salbe, Pomade, Crême) theils Alkalien, theils Säuren und vieles Andere mehr. Was Dr. Paschkis in seinem Werke über die rationelle Behandlung der Haut sagt, ist allerdings in erster Linie für den Arzt geschrieben, immerhin finden sich viele Winke, welche auch für den Drogisten wichtig sind, indem sie ihn befähigen unter der grossen Anzahl der kosmetischen Mittel im gegebenen Falle eine geeignete Auswahl zu treffen.

Wir führen in dem Folgenden Einiges aus dem vortrefflichen Buche an.

Eine abnorme Blässe der Haut ist fast immer eine Folge von krankhaften Störungen im menschlichen Organismus. Blutarmuth, Bleichsucht und mangelhafte Ernährung sind die Hauptursachen. Hier muss selbstverständlich eine innere Behandlung der Krankheitsursache Platz greifen, und von eigentlich kosmetischen Mitteln sind höchstens Waschungen mit recht kaltem Wasser wirksam. Ganz ähnlich verhält es sich mit den Störungen in der Färbung der Haut, wie sie in Folge von Gelbsucht und einigen anderen Krankheiten auftreten. Auch hier kann nur die innere Behandlung der Krankheit selbst helfen, die abnorme Färbung der Haut verschwindet, sobald die Krankheit gehoben ist. Auch die örtliche Anhäufung von Pigmenten, sog. Muttermale, Leberflecke etc., die vielfach auch mit stärkeren Haaren besetzt sind, weichen den gewöhnlichen kosmetischen Mitteln nicht; hier muss ebenfalls der Arzt eintreten, um durch Aetzmittel oder chirurgische Operationen eine Entfernung der Flecken zu versuchen, eine Aufgabe, die übrigens nur gelingt und ungefährlich ist, wenn die Muttermale etc. nicht zu gross sind.

Anders dagegen liegt die Sache bei der leichten Form der Pigmentflecken, den sog. Sommersprossen. Hier führen hautreizende Mittel und solche, welche die Aufweichung und Aufquellung der Oberhaut bedingen und ein schnelleres Abstossen der oberen Epidermisschichten ermöglichen, zum Ziele. Zu solchen Mitteln gehören Alkalien, Borax, auch Säuren etc. Waschungen mit Lösungen von Alkalien und Borax, Auflegen von Citronenscheiben, oder von einer Pasta aus Essig, Honig und Mandelmehl; Bestreichen mit alkoholischer Salicylsäurelösung oder mit Rettigsaft werden empfohlen; ebenso werden durch Waschungen mit boraxhaltiger Schmierseife häufig gute Resultate erzielt.

Der eigenthümliche Glanz der Haut beruht auf verschiedenen Ursachen. In der Hauptsache ist er bedingt durch die richtige Spannung der Haut, hervorgerufen aus einer kräftigen Cirkulation der Säfte und durch eine genügende Anhäufung von Fettpolstern unter der Haut. Diese Bedingungen werden aber nur bei jungen und gesunden Menschen völlig erfüllt. Mit zunehmendem Alter wird die Cirkulation der Säfte schwächer, in Folge davon die Haut, namentlich im Gesicht und an den Händen schlaffer und es treten Falten und Runzeln auf. Diese zu entfernen ist leider noch Niemandem gelungen. Die Kosmetik hat allerdings allerlei Pasten erfunden und zusammengestellt, mit welchen die Runzeln und Falten ausgefüllt und so geglättet werden, um dann auf dieser glatten Oberfläche die Farben durch Schminken und Puder aufzutragen. Eine solche Operation wird "das Emailliren" genannt. Dr. Paschkis sagt sehr richtig, dass durch derartige Manipulationen die Haut auf das Aergste verdorben und die Bildung von neuen Runzeln beschleunigt wird. Andere Störungen des Hautglanzes werden bedingt durch zu starke oder mangelhafte Fettung der Haut durch die Talgdrüssen. Im ersten Falle entsteht der sog. Schmeerfluss, welcher durch Waschungen mit Spiritus oder mit Borax und Seifen entfernt werden kann. Im letzteren Falle entsteht meist eine starke Abschuppung der Oberhaut (Schinn, Schuppen); hier sind die abgestossenen Schichten zuerst durch kräftige Waschung zu entfernen, dann die Haut gehörig zu fetten.

Durch Verstopfung der Talgdrüsen, der eigentliche Grund derartiger Verstopfungen ist noch nicht bekannt, entstehen die sog. Mitesser. Es sind dies erhärtete Talgzapfen, an der Spitze meist schwärzlich gefärbt durch Schmutz oder durch Veränderungen in der Substanz selbst. Man entfernt sie am besten durch mechanisches Ausdrücken oder durch kräftiges Waschen mit Sand- oder Bimssteinseifen; hinterher ist eine richtige Behandlung der Haut mit Fett und öfteren Waschungen mit boraxhaltigem Wasser angezeigt.

Auch die Schweissdrüsen verrichten ihre Funktionen nicht immer regelmässig; namentlich das zu starke Auftreten des Schweisses kann oft sehr lästig werden. Wo derartige starke Schweissabsonderungen über den ganzen Körper verbreitet, sind sie fast immer die Folgen krankhafter Störungen und können nur durch innere Mittel gehoben werden. Oertlich begrenzte Schweissabsonderungen dagegen, z. B. an den Händen, Füssen und in den Achselhöhlen treten bei vollständig normalem Körperzustände auf und lassen sich sehr gut durch äussere, kosmetische Mittel behandeln. Hier sind vor Allem häufige Waschungen mit alkoholischen Flüssigkeiten anzuwenden. Ausserdem Behandlung der Haut durch zusammenziehende gerbstoffhaltige Mittel oder durch tonisirende, z. B. Säuren (Chromsäure, Salicylsäure, Toiletteessig etc. etc.). Bei Füssen und Achselhöhlen sind Streupulver mit derartigen Zusätzen sehr empfehlenswerth.

Die bei den Damen so beliebten Schweissblätter, welche das Entfärben der Kleider, durch die saure Beschaffenheit des Schweisses, verhindern sollen, sind äusserst unpraktisch, weil sie den Schweiss aufsaugen und das Uebel verstärken. Wo ein tägliches Einpudern der Achselhöhlen mit Salicylsäure-Streupuder das Uebel nicht beseitigt, werden am besten kleine Kissen mit einem solchen Streupuder (eingenäht. Hierdurch wird der Schweiss aufgesogen und der strenge Geruch beseitigt.

Der starke und so unangenehme Geruch des Schweisses tritt hauptsächlich nur dort auf, wo er stagnirt und in Folge dessen, die abgestossenen Oberhautschichten rasch zur Fäulniss bringt. Es ist dies namentlich zwischen den Fusszehen der Fall. Häufiges Waschen der Füsse, wegen des Säuregehaltes des Schweisses, mit etwas alkalihaltigem Wasser, öfteres Wechseln der mit Schweiss getränkten Strümpfe, Anbringung von eingepuderter Watte zwischen den Zehen, sind zu empfehlen und beseitigen die unangenehmen Folgen des Uebels fast gänzlich.

Andere Abnormitäten der Haut sind die Warzen und Hühneraugen. Die Entstehung der ersteren ist noch völlig unaufgeklärt, bei den letzteren wird allgemein Druck als die Ursache angenommen, obgleich auch Hühneraugen entstehen an Stellen, die einem direkten Druck gar nicht ausgesetzt sind.

Die Beseitigung der Warzen ist oft keine sehr leichte, denn während dieselben zuweilen ganz plötzlich von selbst verschwinden, widerstehen sie in anderen Fällen auf das Hartnäckigste allen angewandten Mitteln. Abbeizen derselben mittelst starker Laugen oder Salpetersäure und konzentrirter Essigsäure, nach öfterer Entfernung der von den Alkalien oder Säuren zerstörten Schichten, führen noch am besten zum Ziele. Das Abbeizen mittelst Höllenstein verwirft Paschkis gänzlich, wegen ungewissen Erfolges und der Unmöglichkeit die Aetzung zu begrenzen. Als Volksheilmittel für die Warzen wird vielfach ein Betupfen mit Milchsäften verschiedener Pflanzen, wie Schöllkraut (Chelidonium), Wolfsmilch (Euphorbium), des Feigenbaumes u. A. m. angewandt. Alle diese Milchsäfte enthalten scharfe, hautreizende Substanzen, welche möglicherweise eine günstige Einwirkung haben können.

Die Behandlung der Hühner- oder Krähenaugen ist eine ähnliche wie bei den Warzen. Aetzung durch starke Säuren oder Laugen ist allerdings wenig empfehlenswerth; Besseres erreicht man durch die Anwendung von Salicylsäure, als Salicylsäure-Collodium oder als Salicylsäure-Kautschuckmull. Eine operative Entfernung der Hühneraugen durch Schneiden und Auskratzen gelingt bei sachgemässer Behandlung ebenfalls vielfach, jedoch bleibt diese Behandlung nicht ganz ungefährlich, dabei auftretende Blutungen sollten nach Paschkis stets mit Höllenstein ausgebeizt werden.

Für die Behandlung der Frostbeulen empfiehlt Paschkis vor Allem die Anwendung adstringirender und tonisirender, d. h. die Hautthätigkeit reizender Mittel. Pinseln mit gerbsäurehaltigen Flüssigkeiten, Jodtinktur, Säuren, namentlich Mineralsäuren, vor Allem der Salpetersäure (1 Th. Salpetersäure mit 5 Th. Wasser), Auszug von spanischem Pfeffer, Senf etc. etc.

Wir fügen diesem aus eigener Erfahrung noch hinzu, dass nach dem Antrocknen der Einpinselungen eine starke Einfettung der Frostbeulen sehr zu empfehlen ist.

Es ist für uns Drogisten sehr beachtenswerth, dass Herr Dr. Paschkis, der als Arzt und Dozent doch entschieden als Autorität anzusehen ist, die Mittel zur Beseitigung von Warzen, Hühneraugen und Frostbeulen, ohne jede Einschränkung zu den kosmetischen Mitteln zählt, eine Anschauung, die leider nicht von allen Behörden getheilt wird.
Bevor wir nun zu der Anführung der Vorschriften für Kosmetika übergehen, mochten wir noch auf Eines besonders aufmerksam machen.

Für alle diese Mittel, die hauptsächlich für den Toilettentisch der Damenwelt bestimmt sind, ist eine elegante Aufmachung unbedingt erforderlich. Gefäss, Etiquette und Verpackung müssen elegant sein, eine Forderung, welche bei den guten Preisen, die für derartige Fabrikate bezahlt werden, leicht zu erfüllen ist. Auch die Färbung und Parfümirung der Präparate muss eine hübsche und gediegene sein.
 

Partnerprogramme und Werbung

Bastelfrau ist Teilnehmer des Affiliate Service Adgoal. Klickt ein Nutzer auf einen Link zu einer externen Seite, überprüft adgoal automatisch, ob aus diesem Link ein Affiliate-/Partnerlink erzeugt werden kann, an dem der Webseitenbetreiber über Werbekostenerstattung Geld verdienen kann. Ist dies der Fall, erfolgt die Weiterleitung zum Advertiser über dessen Affiliate-Programm,  Dadurch werde ich zu einem kleinen Teil an den Einnahmen beteiligt, wenn du eines oder mehrere Produkte auf den verlinkten Seiten kaufst. Durch den Kauf von Produkten über einen Partnerlink entstehen keine weiteren Kosten für dich, das heißt, die Artikel die du kaufst, werden dadurch nicht teurer. Weitere Infos zu Adgoal findest du in unserer Datenschutzerklärung.

Durch das Amazon-Partnerprogramm verdiene ich an qualifizierten Käufen

Newsletter

Möchtest du auf dem Laufenden bleiben, was auf bastelfrau.de geschieht? Durch meinen Newsletter bekommst du in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen Infos dazu. Hier kannst du dich für den Newsletter anmelden.