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Was bringt Bio wirklich?

16. Oktober 2013 - 0:00 -- Gast (nicht überprüft)

 

Bio-Produkte sind inzwischen sogar in Discountern angekommen. Vier Thesen zu Bioprodukten auf dem Prüfstand:

Die Tiere werden gut gehalten!

Das ist leider ein Trugschluss. Auch Bio-Richtlinien sehen nicht ausreichend Platz für die Tiere vor, um von einer lebenswerten Haltung zu sprechen. Die Regeln sind dafür zu lasch und werden von vielen Betrieben bis auf das letzte ausgereizt. Kuppierte Schwänze und Schnäbel sind bei einem Großteil der Bioverbände erlaubt und auch die Anbindehaltung ist zumindest teilweise erlaubt. Weidegang für Milchkühe ist häufig nicht einmal vorgesehen. Auch wenn Bioverbände wie Demeter oder Naturland härtere Regeln bei der Tierhaltung aufweisen, muss jeder Konsument selbst entscheiden, ob das für ihn ausreicht. Mehr Informationen über Bio-Tierhaltung bietet diese Seite. Allerdings darf dabei nicht vergessen werden, dass Massentierhaltung wesentlich weniger tierfreundlich ist. Übermäßiger Konsum von tierischen Produkten und Fleisch ist jedoch auch bei Bio-Produkten nicht tierfreundlich.

 

Bio-Lebensmittel sind gesünder!

Dafür fehlt bis jetzt der Nachweis. Zwar wurde nachgewiesen, dass Bio-Lebensmittel häufig weniger pestizid-belastet sind, allerdings ist bislang noch gar nicht klar, wie schädlich Pestizide eigentlich sind. Dass sie gesundheitsschädlich sind, konnte bis jetzt nur für größere Mengen nachgewiesen werden, die auch von Gemüse aus herkömmlichen Anbau nicht erfüllt werden. Allerdings ist vor allem das Zusammenspiel aus mehreren Schadstoffen noch nicht ausreichend erforscht, sodass Bioprodukte die bessere Wahl für alle sind, die auf Nummer sicher gehen wollen. Bio-Produkte enthalten außerdem nicht zwangsläufig mehr Nährstoffe, da dies auch abhängig von Transport und Lagerung ist. Regionale frische Produkte sind hier generell empfehlenswert, unabhängig von der Anbauweise.

 

Es ist besser für die Umwelt!

Jein. Grundsätzlich werden Biolebensmittel schonender angebaut. Boden und Grundwasser werden weniger belastet und auch der Antibiotikaeinsatz ist deutlich reduziert, was zu weniger resistenten Keimen führt. Chemische Düngemittel sind genauso tabu wie Pestizide. Allerdings ist der ökologische Nutzen dahin, wenn der biologisch angebaute Apfel aus Neuseeland stammt. Wer regional angebaute Produkte aus herkömmlichem Anbau kauft, schadet die Umwelt meistens weniger. Wer Wert auf Nachhaltigkeit legt, sollte also nicht nur die Anbauweise in die Kaufentscheidung mit einbeziehen, sondern auch auf möglichst regionale Produkte Wert legen.

 

Es schmeckt besser!

Lange Zeit ergaben Umfragen, dass Konsumenten Bioprodukte schmackhafter finden. Dies ist zwar immer noch der Fall, allerdings sind die Zahlen rückläufig. In Studien lässt sich diese Frage ohnehin nur schlecht klären. Unterschiedliche Obst- und Gemüsesorten aus verschiedenen Anbaugebieten schmecken grundsätzlich nicht gleich, was es schwierig macht, geeignete Testobjekte zu finden. Was jedoch definitiv in die subjektive Wahrnehmung mit einfließt, ist das „bessere Gewissen“, das viele Konsumenten beim Verzehr von Bioprodukten haben. Zusammen mit der Ansicht, dass bio besser ist, sorgt dieser Faktor zusätzlich dafür, dass viele Konsumenten Bioprodukte als besser schmeckend wahrnehmen.

 

Fazit:

Bio hält nicht immer, was es verspricht. Dennoch ist eine biologische Anbauweise grundsätzlich einer konventionellen vorzuziehen. Damit Konsumenten von den Vorteilen profitieren können, sollte jedoch auch auf regionales Einkaufen Wert gelegt werden.

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