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Musikinstrumente aus Naturmaterial

Aus Nusschalen, Pflaumenkernen, Schilf und Baumrinden kann man mit Kindern kleine Musikinstrumente basteln, ohne dass es viel kostet, denn bei den verwendeten Bastelmaterialien handelt es sich durchweg um die Dinge, die man in der Natur oder im Abfall (Nusschalen und Pflaumenkerne) findet.

 

Nusstrommel

Für die Nusstrommel wird die Hälfte einer Nussschale am breiten Ende und an den Seiten mit einem Taschenmesser eingekerbt.

 

 

Dann bindet man einen doppelt gelegten Faden darum, steckt ein Stäbchen und dreht es solange um sich selbst, bis es richtig stramm gespannt ist. Mit der fertigen Nusstrommel kann man zwar nicht wirklich trommeln, aber klappern.

 

Zischer

Der Zischer ist eine Art Pfeife, mit der man einen Zischton erzeugen kann. Man hält den fertigen Zischer zwischen die Lippen und bläst hinein, dass ergibt den Zischton, der diesem Musikinstrument seinen Namen gibt. Gebastelt wird er aus einem Pflaumenkern.


Mit einer Feile wird auf beiden Seiten des Pflaumenkernes ein Loch gefeilt. Ist keine Feile zur Hand, kann man den Kern auch einfach solange über einen Stein scheuern, bis die Löcher entstanden sind.
Durch diese Löcher wird mit Hilfe einer Nadel der weiche Innenkern herausgeholt.
Und das war es auch schon - der Zischer ist fertig.

 

Rindenhorn

Beim Rindenhorn handelt es sich um ein Hirtenblasinstrument, das man leicht aus der Rinde eines Ebereschen- oder Weidenzweiges basteln kann. Wie die meisten anderen Musikinstrumente aus Naturmaterialien wird es im Frühjahr gebastelt, da man frisches, saftiges Material dafür benötigt.
 

Mit einem scharfen Messer wird eine aus der Rinde eines Ebereschen- oder Weidenzweiges eine ca. 3 cm breite Spirale geschnitten. Von dieser wird das Rindenband vorsichtig abgelöst und aufgerollt, wie es in der Abbildung oben zu sehen ist.

Die ersten Windungen werden fest um ein hohles Holzrindenmundstück (siehe Bastelanleitung für die Weidenpfeife) gewickelt. Die letzte Windung wird mit einem Dorn befestigt.

 

Schilfgeige

Für das Basteln dieser kleinen Geige benötigt man nur Schilf und ein Taschenmesser.

 

Das Schilfstück wird zwischen zwei Knoten - mit einem Abstand von jeweils 2 cm von den Knoten - herausgeschnitten.
Mit dem Taschenmesser wird eine schmale Saite abgelöst. Darunter wird noch so viel vom Schilfstengel herausgeschnitten, dass man zwei Stöckchen, die die Saite heben, darunter schieben kann.

 

 

So macht man damit Musik:

Man hält die Geige mit dem Ziegefinger der linken Hand gegen die Brust. Daumen und Zeigefinger drücken das äußere Stöckchen fest gegen die Saite und schieben es dabei auf und ab. Mit der rechten Hand kann man nun durch zartes Zupfen richtige kleine Melodien auf der Saite spielen.

 

Hirtenschalmei

Die Hirtenschalmei aus Schilf wurde früher vor allen Dingen in Alpenländern gebastelt. Auch hier benötigen wir für das Basteln Schilf. Dazu kommen noch Rindenstücke und Wachs.
 

Das frische Schilfrohr wird in elf verschieden lange Stücke geschnitten. Diese Stücke müssen knotenfrei sein.
Dann werden die Stücke zwischen zwei gleichgroße Rindenstücke gelegt und kreuzweise umwickelt, bis das Ganze wirklich fest zusammenhält.
Anschließend wird jedes Rohr mit Baum- oder Bienenwachs abgedichtet. Dafür steckt von von oben ein passende Stöckchen in das Rohr und lässt von der anderen Seite her das Wachs hineintropfen. Wenn das Wachs kalt ist, wird der Stock vorsichtig herausgezogen.

 

 

Wenn die Wachsabdichtung genau den in der Zeichnung oben angegebenen Abständen von oberen Rohrende entspricht, dann ergibt sich die Tonfolge, auf welche diese Schalmeien in den Alpenländern seit alters her gestimmt sind.
Dabei gilt:; Je länger der Hohlraum, desto tiefer wird der Ton. Das mittlere, längste Rohr hat also den tiefsten Ton.
Angeblasen wird die Schalmei möglichst kräftig, so wie ein hohler Schlüssel.

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