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Kleber selbermachen - von Bastelleim bis Reiskleber

Auch hier heißt es wieder: Kein Kleber im Haus? Egal - sehen wir mal im Küchenschrank nach, was der zu bieten hat. Reis vielleicht? Ja, dann wird es auch was mit dem Kleber... Aber auch Quark, Milch, Gelatine, Mehl, Gummibärchen oder  Rosskastanien sind eine gute Grundlage für selbstgemachten Kleber.

 

 

Papiermaché

So stellt man schnell und ungiftig einen Kleber für Pappmaché-Arbeiten her. Besonders gut gefällt mir dabei, dass man einen Teil der Zutaten in der Küche findet.

 

Und so wird's gemacht:
1 Packung Gelatine, 90 ml Weißleim und 60 ml Wasser verrühren, bis die Masse glatt und geschmeidig ist.
Papierstreifen in die Masse eintauchen und direkt auf die gewünschte Form auftragen.
Dies wiederholen, bis die gewünschte Stärke erreicht ist

 

Tipps und Tricks
Alternativ dazu kann man auch flüssige Stärke und Wasser zu gleichen Teilen mischen und verwenden.

 

 

Quarkkleber

Wer schwerere Materialien wie Leder, Kork oder Holz kleben möchte, sollte dafür Quarkkleber verwenden. Allerdings müssen die geklebten Gegenstände beschwert oder mit einer Schraubzwinge zusammengehalten werden, bis der Kleber vollständig getrocknet ist. Und das kann - je nachdem, wie dick der Kleber aufgetragen wurde - drei oder mehr Tage dauern.

 

Das brauchst du:
200 g Magerquark
60 g Calciumcarbonat
Und so wird's gemacht:
Quark und Calciumcarbonat gründlich miteinander verrühren.
Der Kleber ist danach sofort einsatzbereit.

 

Tipps und Tricks
Calciumcarbonat wird auch kohlensaurer Kalk oder Schlämmkreide genannt. Er wird für viele  verschiedene Dinge gebraucht, so dass man ihn dementsprechend auch in verschiedenen Geschäften, wie zum Beispiel in der Apotheke, in der Drogerie, im Künstlerbedarf oder als Bestandteil von Dünger finden kann. Und natürlich bei Amazon und Ebay.

 

 

Bastelleim aus Mehl

Dieser Leim ist vor allen Dingen für dickeres Papier und für Pappe geeignet. Er lässt sich 3-4 Tage im verschlossenen Schraubglast im Kühlschrank aufbewahren.

 

Das brauchst du:
25 g Mehl
125 g Wasser
5 g Salz

 

Und so wird's gemacht:
Mehl, Salz und Wasser in einem Topf miteinander verrühren.
Das Gemisch unter Rühren erhitzen, bis die Masse dick wird.
Sobald die Masse abgekühlt ist, kann sie als Kleber verwendet werden.

 

 

Kleber aus Gummibärchen

Du brauchst dringend einen Kleber für dein Kind und die Geschäfte haben gerade zu? Wenn du  noch ein paar Gummibärchen oder etwas Fruchtgummi zu Hause hast, ist das kein Problem, denn  dann kannst du dir ruckzuck einen Kleber selber machen. Der Kleber eignet sich für dünneres  Papier und ist zwei bis drei Tage haltbar.

 

Das brauchst du:
Gummibärchen
Wasser

 

Und so wird's gemacht:
Gummibärchen ins Wasser geben und im Wasserband auflösen. Auf 50 g Gummibärchen benötigst du  etwa 25 ml Wasser.

 

 

Milchkleber

Aus Milch kann man nicht nur Modelliermasse machen, sondern auch einen Kleber. Die Herstellung  ist weitestgehend gleich, nur am Ende wird der "Modelliermasse" noch Natron hinzugefügt.  Geeignet ist der selbstgemachte Kleber für Papier, Pappe, Holz, Kork usw.

 

Das brauchst du:
200 ml Milch
30 ml Essig
5 g Natron

 

Und so wird's gemacht:
Die Milch erwärmen. Den Essig in die warme Milch geben. Sobald dies geschieht, bilden sich in  der Milch kleine Klumpen.
Nun wird weiter gerührt, bis die Milch keine weiteren Klumpen mehr bildet.
Die Milch durch ein feines Sieb gießen. Dabei die Molke auffangen.
Die "Klumpenmasse" in ein Schüsselchen geben und das Natron unterrühren. Damit das Ganze etwas  flüssiger wird, wird noch etwas von der Molke dazugegeben und verrührt.

 

 

Kleber süß-sauer

Dieses Rezept hört sich so an, als ob man es auch als eine Marinade für eine chinesische  Mahlzeit verwenden könnte. Man kann damit aber noch viel besser kleben - nämlich Pappe,  Papier, Holz, Korken usw. Wie die meisten selbstgemachten Kleber, hebt man auch diese süß- saure Variante im verschlossenen Marmeladenglas im Kühlschrank auf. Dort hält er sich dann zwei  bis drei Tage.

 

Das brauchst du:
400 ml Wasser
20 ml Honig
10 ml Essig
10 g Kartoffelstärke

 

Und so wird's gemacht:
Die Hälfte des Wassers mit dem Essig vermischen. Den Honig dazu geben und alles zum Kochen  bringen.
Die Kartoffelstärke mit dem restlichen Wasser anrühren.
Sobald das Honigwasser kocht, die Kartoffelstärke unter ständigem Rühren dazugeben.
Abkühlen lassen. Fertig.

 

 

Kastanienkleber

Wenn im Herbst die Kastanien von den Bäumen fallen, liefert die Natur dir damit nicht nur ein  Bastelmaterial, um zum Beispiel Kastanienfiguren und -tiere zu basteln, sondern auch noch  einen Kleber, mit dem man festes Papier und Pappe kleben kann. Hebt man den Kastanienkleber im verschlossen Glas im Kühlschrank auf, hält er sich dort zwei bis drei Tage.

 

Das brauchst du:
200 g Rosskastanien
150 ml Wasser
Pürierstab
Kochtopf

 

Und so wird's gemacht:
Die Rosskastanien schälen und zusammen mit dem Wasser in einen Topf geben.
Das Wasser zum Kochen bringen und die Kastanien 30 Minuten lang kochen lassen.
Die Kastanien mit dem Pürierstab ganz fein zerkleinern und fertig ist der Kleber aus der  Natur.

 

Tipps und Tricks
Wer keinen Pürierstab hat, löst die Kastanien aus der braunen Schale heraus, reibt sie fein und kocht sie mit Wasser zu einem dicken Brei.
Wenn ein Gasherd oder ein Spiritusbrenner verwendet wird, sollte der Kastanienbrei in einem hohen Topf geköchelt werden,

 

 

Farbiger Kleber

Dieser Kleber lässt sich zum Umranden aber auch zum Malen von ganzen Bildern verwenden und ist supereinfach herzustellen.
Und so wird's gemacht:
Einfach Weißleim mit Lebensmittelfarbe vermischen. Fertig!

 

 

Reiskleber

Bei diesem Kleber dauert es ein bisschen, bis der Kleber fertig ist. Dann ist er, wenn er im  verschlossenen Schraubglas aufgehoben wird, zwei bis drei Tage haltbar und eignet sich vor allen Dingen für das Verkleben von schwereren Materialien wie Papier, Pappe, Holz, Kork, usw.

 

Das brauchst du:
50 g Reis
200 ml Wasser

 

Und so wird's gemacht:
Den Reis mit einer Tasse Wasser in ein Marmeladenglas geben, verschließen und mindestens drei  Tage in den Kühlschrank stellen, bis der Reis weich geworden ist.
Wer einen Mixer hat, zerkleinert den weichen Reis darin. Wer keinen hat rollt mit dem  Nudelholz darüber und zerquetscht die Reiskörner so.
Ist der Reis ordentlich zerkleinert, gibt man das restliche Wasser dazu.
In einen Topf geben und auf dem Herd bei niedriger Temperatur eindicken lassen.
Die Masse durch ein Metallsieb streichen.