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Gespeichert von Bastelfrau am 28 Oktober 2019

Für den Flechtrahmen kaufen wir beim Tischler oder in einem Holzgeschäft 4 Leisten, etwa 4 mal 1 1/2 cm stark. Wir gebrauchen zwei 50 cm lange und zwei 40 cm lange, die wir gleich, wenn wir zu Hause keine Säge haben, vom Tischler auf die richtige Länge schneiden lassen.

Abb. 17. Flechtrahmen mit Flechtnadel

Die Sägestellen glätten wir mit einer Feile oder mit Sandpapier. Wie wir auf der Abbildung 17 sehen, wird die eine 40 cm lange Leiste rechtwinklig mit je 2 Schrauben auf die 50 cm langen Leisten aufgeschraubt. Die zwei Querleiste soll verstellbar sein, damit man auch kleinere Arbeiten anfertigen kann, ohne dass dabei jedesmal viel Material verloren geht. Dazu bohren wir in jede Seitenleiste je 3 oder 4 Löcher in gleichen Abständen voneinander und je eins in die Enden der verstellbaren Querleiste. Die Löcher müssen so groß sein, dass ein Paketknebel hineingesteckt werden kann. Aus Paketknebeln, die man in Holzkugeln leimt, bestehen nämlich die Stöpsel, mit denen die Querleiste in den Löchern der Seitenleiste festgehalten wird. In die beiden Querleisten werden nun Nägel zum Spannen der Kette eingeschlagen. die Kettfäden sollen möglichst dicht gespannt werden, damit ein festes Gewebe entsteht. Das erfordert aber wieder, dass die Nägel sehr eng nebeneinander stehen. Damit das Holz beim Nageln nicht platzt, werden die Nägel im Abstand von 1 cm voneinander, in zwei Reihen gegeneinander versetzt, eingeschlagen. Natürlich erst, nachdem vorgebohrt ist. So kann der Rahmen dicht mit Kettfäden bespannt werden. Der Fadenanfang wird einige Male um die Querleiste herumgewickelt, bis er fest ist; dann führen wir ihn vom ersten Nagel der einen zum ersten Nagel der anderen Leiste, über den zweiten derselben Leiste zum zweiten und dritten der ersten Leiste zurück usw., wie es uns die Zeichnung zeigt. Das Ende wird wieder einige Male umgeschlungen und verknotet. Aus dünnem Holz sägen wir uns mit der Laubsäge eine Flechtnadel aus, die so lang ist wieder Rahmen breit, damit wir sie gut zum Anschieben der Schussfäden aneinander verwenden können. Die form der Nadel sehen wir auf der Abbildung 17 unter dem Rahmen. Sie hat am stumpfen Ende zwei Löcher zum Einziehen des Fadens. Die Längsseiten und die Spitze werden mit feinem Sandpapier schmal geschliffen, damit sie sich gut durch die Kettfäden schieben läßt.

Abb. 18 Wandertasche und Schal

Abb. 19. Tasche

Abb. 20. Kissen

Wie das Flechtweben durch die Kette vor sich geht, haben wir schon im Abschnitt I a gesehen, auch wie Streifen- und Karomuster durch verschiedenen Aufzug der Kette entstehen. Wie wir nun hier ein größeres Stück flechten müssen, können wir uns ein Hilfsmittel einbauen, durch das wir schneller fertig werden. Ein Pappstreifen oder ein schmales Lineal wird nach dem Arbeitsanfang zwischen die Kettfäden geschoben, und zwar so wie beim ersten Durchgang. Die Fäden 1, 3, 5, 7 usw. werden aufgenommen. Kanten wir nun den Streifen etwas, so heben sich die aufgenommen Fäden. Es entsteht ein Zwischenraum, ein Fach, durch das wir die Nadel durchschieben können ohne zu flechten. Der nächste Durchgang muss allerdings wieder geflochten werden. Dann stellen wir den Streifen wieder hoch und schieben die Nadel durch. Das Lineal oder der Pappstreifen bleibt auf der unserm Arbeitsanfang entgegengesetzten Seite stecken, bis die Arbeit fertig ist. Sie wird dann von den Nägeln abgehakt. Die Schlingen werden aufgeschnitten, die Fäden werden von links sauber in das Gewebe eingezogen. Sollen Fransen stehen bleiben, werden die Kettfäden, je zwei, miteinander verknotet.

Natürlich ist die Größe der Arbeiten, die man auf dem Flechtrahmen herstellen kann, begrenzt. Aber es läßt sich da doch vieles herstellen: Handtaschen, Wandertaschen, Flötentaschen, Fototaschen, Buchhüllen, kleinere Mitten für den Tisch oder die Wand, oder, aus zwei oder mehreren Teilen zusammengesetzt, Kissen und große Taschen (siehe Abb. 18-20).