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Kappnaht

Gespeichert von Merue am 7 Juli 2009
Kappnaht

Die Kappnaht ist eine flach aufliegende Naht und hat auch zwei Nählinien. Sie kann verschieden ausgeführt werden. Haben beide Stoffteile Schnittkanten, dann wird sie folgendermaßen genäht:

 

Die rechten Seiten der Stoffteile werden aufeinandergelegt, die untere Kante steht nahtbreit vor. Von der zurückliegenden Kante wird nahtbreit entfernt genäht, ausgestrichen, so dass die vorgeschobene Kante die zurückliegende deckt. Die vorgeschobene Kante wird eingeschlagen und knappkantig flachaufliegend aufgesteppt.

Bild oben: Kappnaht, linke Seite

 Kappnaht, rechte Seite

 

Während des Nähens muss man darauf achten, dass die Stoffteile straff auseinandergezogen geführt werden, damit die Naht auf der rechten Seite ganz glatt liegt. Beide Hände liegen dabei vorn auf der Näharbeit und leiten sie zum Nähfuß. Es ist jetzt auf der rechten Seite außer der Nahtspur noch eine Nählinie sichtbar.

Näht man diese Naht mit dem Kappfuß, so ist sie nicht ganz so flach, jedoch wird die Ausführung durch die Anwendung des Kappfußes wesentlich beschleunigt. Sie hat auch zwei Nählinien.

 

Die Stoffteile werden wieder so gelegt, dass der untere Stoffteil nahtbreit vorgeschoben ist. Diese vorstehende Stoffkante wird am Anfang der Naht nahtbreit um die zurückliegende Kante gelegt. Zum Festhalten und ersten Transport wird hier durch alle drei Stofflagen ein Heftfaden gezogen. Der Stoff wird dann so in den Kappfuß eingeführt, daß die vorgeschobene Kante sich in die Führung des Kappfußes legt. Der eingezogene Heftfaden wird mit der linken Hand festgehalten und während der ersten Stiche zum besseren Transport leicht nachgezogen. Beim Leiten des Stoffes muss beachtet werden, dass die vorgeschobene Kante über die zurückliegende gleichmäßig geführt wird.

Kappnaht mit dem Kappfuß

 

Der Transport des Stoffes ist bei Anwendung des Kappers geringer, so dass es ratsam ist, den Stich etwas größer als gewöhnlich einzustellen.

 

Nach der ersten Naht wird sehr fest ausgestrichen, so dass die Schnittkante gedeckt ist. Man steppt die Bruchkante entweder mit dem einfachen Nähfuß knappkantig auf oder führt die Bruchkante in den Kappfuß und steppt sie auf. Während der ersten Nähstiche muss auch hier der Stoff mittels der Endfäden der ersten Naht leicht nach hinten gezogen werden. Beim Leiten müssen die Stoffteile straff auseinandergezogen werden.

 

Die Nahtbreite ist durch den Kappfuß von vornherein festgelegt, er kann deshalb nicht für jede Stoffart verwendet werden.

 

Die Kappnaht wird angewendet zur Verbindung glatter Stoffteile, haupsächlich in der Wäscheschneiderei. Im Gegensatz zur Rechtslinksnaht ist auf der rechten Seite immer eine Nählinie sichtbar, die bei eleganter und formenreicher Verarbeitung unschön wirken kann. Beim Verbinden von Stoffteilen mit schrägen Kanten (Hemd) ist es ratsam, die Naht an der größeren Weite zu beginnen, damit die Schnittkanten nicht aufgerauht werden und sich besser legen lassen.

 

Die Webekantenkappnaht ist nur anwendbar, wenn ein Stoffteil Webekante hat. Die Webekante wird nur wenige Faden breit unter der Schnittkante vorgeschoben und bei der zweiten Naht knappkantig aufgesteppt. Diese Naht wird mit dem gewöhnlichen Nähfuß ausgeführt. Sie trägt nicht so auf wie die vorher beschriebenen Kappnähte.