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Gespeichert von Bastelfrau am 17 Februar 2011
Maßbüste selber machen

Im Februar 2010 gab es bei burdastyle eine Anleitung für das Basteln einer Maßbüste. Da meine Tochter vor einiger Zeit angefangen hat zu nähen,  haben wir uns eines schönen Tages daran gemacht, diese Maßbüste nachzubasteln - leider mit weniger als mäßigem Erfolg...

 

Laut Anleitung benötigt man für die Herstellung der Büste eine Kissenfüllung zum Ausstopfen, Schere, Edding zum Markieren, Metallfuß, 2-3 Rollen Isolierband, Pappe, ein altes, hüftlanges Shirt und Frischhaltefolie für den Hals.
Also ging ich los, Isolierband besorgen und war mit ca. 10,- Euro dabei. Statt eines Metallfußes wollte ich einen Holzständer verwenden und statt der Kissenfüllung anderes Stopfmaterial, dass ich noch hier hatte.
Für 10,- Euro eine Maßbüste…da kann man doch nicht meckern.

 

Meine Tochter machte sich auf die Suche nach einem hüftlangen, altem T-Shirt, dass sie natürlich schon aus modischen Gründen nicht hatte. Also beschlossen wir, ihren Oberkörper komplett in Frischhaltefolie zu packen.

Laut Anleitung wurde dann ein Streifen Klebeband direkt unter der Brust rund um den Körper geklebt und straff gezogen.

Im nächsten Schritt wurde die Brust "definiert". Das Klebeband wurde wie bei einem "Zauberkreuz"-BH aufgeklebt.

Dann wurden weitere Streifen schräg aufgeklebt bis alles bedeckt war.

Anschließend wurde weiteres Isolierband von der Brust abwärts in waagrechten, parallelen Streifen aufgeklebt. Vorne und hinten wurden mehrere Schichten übereinander geklebt, um die nötige Stabilität zu erzielen.

Zusätzlich habe ich dann noch weiteres Klebeband um meine Tochter herumgeklebt.

Mit dem Edding wurde die "natürliche Taille" markiert.

Dann wurde die so entstandene Kunststoffform hinten aufgeschnitten.

Mit Rücksicht auf meine Tochter wurde ab hier nicht mehr fotografiert. Das "Ding" lag zwar noch einige Zeit bei uns im Wohnzimmer herum, hatte aber von Anfang an wenig Ähnlichkeit mit der Figur meiner Tochter. Dabei muss ich betonen, dass dies nicht am Klebeband lag, sondern daran, dass in der Anleitung leider nicht dabei steht, dass man während der gesamten Zeit (mindestens 1 Stunde - wenn man schnell arbeitet) kerzengerade stehen muss - und zwar wirklich kerzengerade! Da wir dies nicht bedacht haben, hatte die Büste eine leichten Quasimodo-Effekt, sprich: einen Buckel aber dafür keine Brust.

Der zweite Punkt war, dass das Füllmaterial (im Wert von immerhin ca. 35,- Euro) nicht annähernd ausreichte, die  Büste auszustopfen. Also versuchte ich, für den inneren Kern der Büste Zeitungspapier zu verwenden - aber auch das vorhandene Papier reichte nicht aus. Ich hatte das Gefühl, dass ich das ganze Zeug in ein Faß ohne Boden stopfte. Mein Mann machte dann den Vorschlag, die Büste mit Bauschaum auszufüllen - aber zu dem Zeitpunkt gab ich dann doch lieber auf, denn ich wollte nicht noch mehr Geld "verbrennen".

Fazit: Obwohl ich nicht ganz blöde bin, was das Basteln angeht, war diese Geschichte der absolute Flop. Und teuer außerdem (Auch wenn ich das Füllmaterial da hatte, hat es ja trotzdem etwas gekostet). Für das investierte Geld hätten wir auch eine preiswerte Schneiderbüste kaufen können.
Das Ganze lohnt sich vielleicht für jemanden, der eine absolute Problemfigur hat - ansonsten sollte man einfach bei Ebay schauen, ob man etwas preisgünstiges bekommt.

Und ganz wichtig: Wenn du versuchst, die Maßbüste nachzubasteln, denke daran: Das Modell muss wirklich kerzengerade stehen!!!!!! Außerdem ist das Basteln in diesem Fall sowohl für den Bastler als auch für das Modell ausgesprochen anstrengend.

Und noch ein Hinweis zum Schluss: Ich habe die Büste sehr vorsichtig aufgeschnitten, dadurch wurde das untergezogene T-Shirt nicht beschädigt. Man muss also nur ein bisschen vorsichtig sein.

Hier geht es zur Original-Anleitung.