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Gespeichert von Sarah am 1 März 2020
Vertikutieren

Die beste Zeit zum Lüften des Rasens ist im April und es gilt die Faustregel, dass er mindestens einmal im Jahr vertikutiert werden sollte. Allerdings mehren sich die Kritiker, die die Sinnhaftigkeit des Vertikutierens von Privatrasen in Zweifel ziehen. Ist das Lüften gar unnötig?

 

 

Bei Rasen im professionellen Bereich sind vor allem die Wasserdurchlässigkeit und die Scherfestigkeit von großer Bedeutung. Sie ermöglichen das Bespielen der Grünfläche bei jeder Witterung. Durch die hohen Ansprüche haben die Rasen der Profis inzwischen kaum etwas mit einer natürlichen Umgebung zu tun. Sie verfügen über kein Bodenleben und wachsen auf Erde, der zu mehr als 90 % aus Sand besteht. Deswegen ist hier das Entfernen von Rasenfilz auch so wichtig. Er wird nämlich nicht von Bodenorganismen abgebaut. Im Privatbereich stört der Rasenfilz jedoch nicht. Hier ist das Ziel, dass der Rasen möglichst schön aussieht, worauf sich der Rasenfilz sogar förderlich auswirken kann.

 

Wesentlich häufiger ist Moos das Problem. Es entsteht bei Stickstoffmangel und ist vor allem im Bereich von Hecken und Bäumen anzutreffen. Das liegt nicht daran, dass der Boden dort feuchter ist oder mehr Schatten auf den Rasen fällt, sondern daran, dass die Nährstoffe dort von den Wurzeln der Bäume und Sträucher verbraucht werden. Erschwerend kommt hinzu, dass Dünger im Schatten schlechter umgesetzt wird und der Nährstoffmangel so schwieriger behoben werden kann.

 

Vertikutieren bei einer vermoosten Rasenfläche entfernt zwar das Moos manuell, verletzt jedoch die ohnedies bereits gestressten Rasenpflanzen. Hinzu kommt, dass die Bedingungen für Unkraut durch das Verletzen der Grasnarben verbessert werden. Folge ist ein weiterer Nährstoffentzug durch zusätzliche unerwünschte Pflanzen.

 

Die wesentlich bessere Lösung bei Moosbefall des Rasens ist also eine regelmäßige Düngegabe und eine Kontrolle des PH-Wertes, da Moos auch auf sauren Böden besser wächst.