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Kaum Transparenz bei Hygieneverstößen in Restaurants

22. April 2014 - 1:00 -- Sarah


In Ländern wie den USA gehört es zum Alltag, dass Kunden sich über die Hygiene in Restaurants vor einem Besuch informieren können. In Deutschland war dies lange Zeit aufgrund von Gesetzen verboten. Auch wenn diese seit dem Dixon-Skandal 2012 nicht mehr existieren, ist es in Deutschland nur schwer möglich, Verbraucher über Hygienemängel oder Überschreitung von Grenzwerten in Restaurants zu informieren.

Es gibt jedoch einige Pilotprojekte, die versuchen, mehr Transparenz in die Gastronomielandschaft ihrer Region zu bringen. Dazu gehört beispielsweise „Sicher essen in Berlin“ oder die „Duisburger Ampel“. Sie zeigen durch Smileys an, ob Hygiene-Standards eingehalten werden. Dabei kämpfen die Macher nicht nur gegen eine undurchsichtige Rechtslage, sondern auch gegen Wirte. Vor allem der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) wehrt sich gegen die Informationsfreigabe und auch einzelne Gaststättenbetreiber klagen gegen die Projekte. In München musste eine Bewertungsliste nach Klagen wieder aus dem Internet genommen werden. In Duisburg erhält das Projekt seine Informationen nur dadurch, dass die Verbraucherzentrale NRW regelmäßig die Daten abfragt. Das Verbraucherschutzministerium dürfte die Daten sonst nicht veröffentlichen.

Die DEHOGA kritisiert die Projekte, weil sie Ähnlichkeit mit einem „Internetpranger“ hätte. Zusätzlich hält sie Smileys für „zu emotional“. Weiterhin sei nicht gewährleistet, dass Wirte, die Missstände behoben hätten, aus solchen Listen schnell und dauerhaft entfernt werden würden. Die Einwände sind sicherlich nicht vollkommen unberechtigt. Zudem haben Hygieneverstöße in den seltensten Fällen ernsthafte Konsequenzen für den Kunden, der ohnehin dadurch geschützt ist, dass Restaurants bei zu großen oder zu häufigen Verstößen geschlossen werden.

Einer der größten Vorteile solcher Hygieneampeln ist jedoch die Verbesserung der Hygienestandards in nahezu allen Gastronomiebetrieben. In Dänemark werden Restaurants bereits seit 2002 auf diese Art bewertet, noch dazu können Gäste die letzten vier Berichte über die Gaststätte einsehen. Als Folge davon ist der Anteil von positiven Bewertungen von 70 auf 85 % gestiegen und selbst die Gastwirte sind mit dem System zufrieden. Bis sich die unklare Gesetzeslage in Deutschland endlich klärt, können jedoch noch Jahre vergehen.

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