Direkt zum Inhalt

Wichtig!

Diese Information ersetzt keinesfalls einen Besuch beim Arzt oder Heilpraktiker oder eine Beratung in einer Apotheke! Durch die Inhalte dieser Seite können weder Diagnosen gestellt werden, noch eine Heilbehandlung eingeleitet werden.

Bei vielen der Artikel, Tipps und Tricks handelt es sich um Rezepte, die schon mehr als 100 Jahre alt sind. Sie sind daher nicht auf dem neuestem wissenschaftlichen Stand.

Vitamin B1

Gespeichert von Sarah am 6 September 2017
Vitamin B1

Vitamin B1 (auch Thiamin) gehört zu der Gruppe der B-Vitamine und ist wie alle anderen B-Vitamine vor allem für die Funktion des Nervensystems von großer Wichtigkeit. Es beeinflusst verschiedene Neurotransmitter und deren Wirkung, weswegen es eine bedeutende Rolle bei der Reizübertragung spielt. Zugleich ist es Bestandteil gleich mehrerer bedeutender Enzyme bei der Energiegewinnung im menschlichen Körper.

 

Rund 30 mg Vitamin B1 finden sich im menschlichen Körper, der Thiamin rund 20 bis 40 Tage speichern kann. Es wird geraten, täglich ungefähr 1 mg des Vitamins zu sich zu nehmen. Geschieht dies über einen längeren Zeitraum nicht, zeigen sich Mangelerscheinungen. Diese können von Depressionen, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwäche über Müdigkeit, Appetitlosigkeit und Sehstörungen bis hin zu Gedächtnisstörungen, Muskelschwäche und einem schlechten Immunsystem führen. Auch das Herzkreislaufsystem kann betroffen sein. Niedriger Blutdruck, Blutarmut, Ödeme, Herzversagen und Kurzatmigkeit sind mögliche Symptome einer Unterversorgung mit Vitamin B1. Verschieden Forscher sehen außerdem einen Zusammenhang zwischen Alzheimer und Vitamin-B1-Mangel über einen längeren Zeitraum. Ist der Mangel eklatant, können außerdem Krankheiten wie Beriberi oder das Korsakow-Syndrom entstehen.

 

Die Krankheit Beriberi und Vitamin B waren die Wegbereiter der Vitaminkunde. Der Arzt Christiaan Eijkman (eigentlich jedoch eher sein Assistent Grijns) stellte fest, dass die Symptome sich deutlich verringerten, wenn man den Patienten grüne Erbsen, ungeschälten Reis und Fleisch gab. Grijns fand auch die richtige Erklärung für dieses Phänomen: In den Lebensmitteln ist ein Stoff enthalten, den der Stoffwechsel zum Funktionieren benötigt. Der Biochemiker Funk extrahierte später aus Reis Niacin, ein Amin, das er fälschlicherweise für das Mittel gegen Beriberi hielt und so den Namen Vitamine prägte. Dieser Irrtum wurde später korrigiert und es wurde nach mehr Vitaminen gesucht.

 

Thiaminmangel ist in der westlichen Welt weitverbreitet. Vitamin B kommt zwar relativ häufig in Lebensmitteln vor, allerdings ist bei den meisten die Konzentration sehr gering. Gute Thiaminquellen sind Schweinefleisch und Leber und Fisch wie Scholle und Thunfisch. Diese enthalten jedoch nicht so viel Vitamin B wie viele pflanzliche Nahrungsmittel. Einen Thiamingehalt haben Weizenkeime, Sonnenblumenkerne und Backhefe. Auch Sojabohnen, Sesam und Vollkorngetreide sind gute Vitamin-B-Lieferanten. Allerdings sollte beachtet werden, dass das Vitamin wasserlöslich und hitzempfindlich ist und während des Kochens ein großer Teil verloren geht. Schwarzer Tee, Alkohol und säurehaltige Medikamente hemmen die Aufnahme. Da der Körper Vitamin B umso schlechter aufnimmt, je mehr ihm zur Verfügung steht, ist eine Überdosierung über Nahrungsmittel nicht zu befürchten. Allerdings bedeutet dies auch, dass unter Umständen mehr thiaminreiche Nahrungsmittel gegessen werden müssen, um einen Mangel zu beheben oder ihm entgegenzuwirken.