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Vitamin B7

Gespeichert von Sarah am 11 September 2017
Vitamin B7

Das Vitamin B7 ist wohl am Besten dazu geeignet, die Verwirrung bei der Benennung der Vitamine zu verdeutlichen. Das Molekül, von dem gesprochen wird, heißt nach offizieller IUPAC-Nomenklatur Biotin. Während es im deutsch- und englischsprachigen Raum auch unter Vitamin B7 bekannt ist, ist Biotin in Frankreich eher unter den Namen Vitamin B8 geführt. Als Vitamin B8 wird in Deutschland das Adenlyat bezeichnet. Gleichzeitig werden auch die Folsäure und Inositol, das nicht einmal ein Vitamin ist, sondern nur vorschnell als solches eingeordnet wurde, als Vitamin B7 bezeichnet.

 

Biotin ist für den Stoffwechsel von Kohlenhydraten, Fetten und Eiweißen von großer Wichtigkeit. Außerdem ist es mit dafür verantwortlich, dass manche Bereiche der DNA abgelesen werden können und andere nicht, sodass es eine Rolle dabei spielt, welche Proteine synthetisiert werden. Gleichzeitig ist es natürlich auch an der Zellteilung beteiligt und sorgt dafür, dass die Erbsubstanz weiter gegeben werden kann. Da es außerdem daran beteiligt ist, dass Keratin, auch Hornsubstanz, hergestellt werden kann und ist deswegen auch wichtig für den Aufbau von Haut, Haaren und Nägeln.

 

Als tägliche Tagesdosis werden zwischen 30 und 60  μg empfohlen. Der Bedarf kann jedoch bei Risikogruppen wie Alkoholikern, Rauchern, Sportlern, Schwangeren und Dialysepatienten. Auch die Einnahme von Medikamenten wie Antikonvulsiva und Antibiotika kann zu einer verminderten Aufnahme von Biotin führen. Übermäßiger Verzehr von rohen Eiern bindet Biotin aus der Nahrung so, dass es nicht mehr vom Körper resorbiert werden kann. Gendefekte, die die Biotinverwertung oder -Synthese betreffen, können ebenfalls zu einer Unterversorgung führen. Diese äußert sich häufig in Antriebslosigkeit, Depressionen, Überempfindlichkeit und Erschöpfung. Auch Appetitlosigkeit und Übelkeit können Folgen eines Mangels mit Biotin sein. Haare, Haut und Nägel können brüchig und/oder spröde werden. Auch Haarausfall und eine blasse Hautfarbe sind mögliche Symptome. Der Fettsäurestoffwechsel ist zumeist gestört, sodass der Cholesterinspiegel steigt und auch die Zahl von ungesättigten Fettsäuren im Blut teilweise extrem ansteigt. Auch Störungen der Herzfunktion und der Bewegungen sind mögliche Folgen. Das Immunsystem wird ebenfalls geschädigt.

 

Biotin ist in sehr vielen Lebensmittel enthalten, allerdings in den meisten nur in einer sehr geringen Konzentration. Dennoch sind die meisten Menschen, die in den Industrieländern wohnen, ausreichend mit dem Vitamin versorgt. Ausnahmen bilden meistens nur Menschen mit angeborenen Gendefekten und Angehörige der oben genannten Risikogruppen. Viel Biotin enthalten Hefe, Leber, Eigelb, Sojabohnen und Haferflocken. Auch Pilze, Vollkornprodukt, Fisch und Bananen sind guter Biotinlieferanten. Ein Großteil des Biotins verbleibt übrigens im Körper und wird dort wiederverwertet und auch die Bakterien im Darm produzieren Biotin, das durch den menschlichen Körper aufgenommen werden kann. Eine Überdosierung ist kaum zu befürchten, da Vitamin B8 wasserlöslich ist. Doch auch selbst sehr hohe Dosen des Vitamins bewirkt kein Auftreten von Symptomen.